Bernd Sommerfeld: Von PAUX lernen

Bernd Sommerfeld: Von PAUX lernen

In Berlin haben sich Verleger und Technologie-Firmen sich zu einem regelmäßigen E-Book-Stammtisch zusammengefunden, um sich über dieses komplexe Thema auszutauschen. Michael Dreusicke von PAUX über Gewinner und Verlierer der Digitalisierung, den Einfluss des iPad und das Geschäftsmodell der Zukunft.
Michael Dreusicke sagt von sich, zehn Jahre lang konsequent erfolglos gewesen zu sein. Er habe Probleme gelöst, die niemand hatte, solange, bis eines Tages sein Freund – das iPad – kam und den Verlagen schlagartig klar wurde, dass sie dynamischen Content benötigten. Die Technologie hierfür habe er in den vergangenen Jahren entwickelt, und heute könne sich seine Firma PAUX Technologies inzwischen vor Anfragen kaum noch retten.

„Um den Herausforderungen des digitalen Zeitalters wirksam begegnen zu können, brauchen wir dringend visionäre Ideen“, forderte Detlef Bluhm zum Auftakt der Konferenz Homer 3.0. Von wem sollen diese kommen? Und mit welchem Partner?
michael_dreusickeDreusicke: Detlef Bluhm vertritt als gewissenhafter Interessenvertreter die Bedürfnisse seiner Kunden. Und die sind mit Verlag, Buchhandel und Zwischenbuchhandel nicht nur denkbar heterogen aufgestellt, sondern jede dieser Kundengruppen für sich ist derzeit durch neue digitale Modelle strategisch  – z.T. noch nicht wirtschaftlich, wohl aber strategisch – massiv angegriffen (Tredition, App Store, Bookwire). Da ist die Frage nach einer Weltformel verständlich, wenn auch vermutlich aussichtslos.
Ich habe die Digitalisierungswelle in der Musikbranche hautnah miterlebt, jede Menge Tränen vergossen und Geld verloren. Was die Verlagsöffentlichkeit gerade wahrnimmt, scheint mir nur die Spitze des Eisbergs zu sein, die Realität ist schon viel weiter und bereits jetzt unumkehrbar.
Dass der Handel von allen derzeitigen relevanten Geschäftsmodellen komplett übersprungen wird, lässt die Betroffenen in beeindruckender Weise unberührt. Schade, dass auch gut beratende, aber schlecht informierte Händler ausgelöscht werden, nicht nur Konsolidierungswürdiges, sondern auch echte Kompetenz auf der Strecke bleibt. Ich habe aber in meinen Beratungsgesprächen mit dem Handel außer vagem Interesse nur selten handlungsermöglichende Einlassungen erlebt. Tja, dann machen das eben andere. Der großen Bewegung ist das egal.

Welche interessanten Konzepte und hilfreichen Firmen siehst du als kritischer Beobachter?
Konzepte, die digital abbilden, was analog bislang Realität war, können Mehrwertdienste etablieren. Sowohl beim Verlag, Buchhandel und in abnehmendem Umfang auch beim Zwischenbuchhandel. Springer SBM ist bislang auf halbem Weg stehengeblieben, aber Amazon hat mit dem Thema „Buchhandel“ schon ziemlich aufgeräumt. Neben Reichweite und Marktmacht wird es aber jede Menge Platz für üppige Nischen geben (Special Interest Group, Long Tail etc.).

Sobald man sich mit E-Books auseinandersetzt, gerät man schnell zwischen die Fronten E-Reader oder Tablets. Dabei ist Apples iPad längst zum Sinnbild, zur Ikone der Bewegung avanciert. Lesen, Schreiben, Recherchieren und Austauschen: Verlage, Magazine, Zeitungen setzen fast ihre gesamten Hoffnungen darauf. Auch im Bildungsbereich hat es den Klassenzimmer-Test mit Bravour bestanden. Warum reden viele, wie gerade auch bei Homer 3.0, immer noch über E-Reader wie den Kindle oder Oyo?

E-Reader sind nicht für Leute wie dich und mich gemacht. Im Gespräch mit Jörg Warnken, Leiter Multichannel, Thalia auf Homer 3.0, hat er mir schön erklärt, dass das Gerät bewusst für deren Hauptzielgruppe geschaffen wurde: Frauen zwischen 40 und 60. In deren Hand passt so ein Ding und ist auch schön leicht. Dass es technisch ein Witz ist, interessiert sie nicht.

Der Kampf um die Leser der Zukunft – wer wird ihn nun gewinnen?
Das iPad ist das Gerät, das alles verändert. Wir werden schon in wenigen Jahren sowohl Content als auch Lesegeräte in beliebigem Umfang und völlig kostenlos zur Verfügung haben. Das kostbare Gut, um das der Wettlauf dann starten wird, ist die Aufmerksamkeit des Lesers. Aufmerksamkeit ist ein Produkt aus Intensität und Zeit. An diesen beiden Fronten werden die nächsten Schlachten gewonnen. Und da geht es ausschließlich um dynamischen Content, der sich den Bedürfnissen des Lesers automatisch anpasst und sich vom Leser bei Bedarf präzise anpassen lässt. Wer hierfür keine technologische Infrastruktur bereitstellen kann, wird dann im besten Fall in Nischen gedrängt, in den meisten Fällen jedoch zum Aufgeben gezwungen sein.

Sind unsere Verlage und ihre Mitarbeiter fit für die digitale Zukunft?
Diese Frage ist wohl genauso gut mit Ja wie mit Nein zu beantworten. Soll die Antwort allgemein bleiben, lässt sich zumindest ein Trend feststellen: Die großen Verlage sind längst auf „digital“ konzentriert und haben ihren gesamten Workflow auf der ToDo-Liste. Die kleinen sind aber ahnungslos und sitzen gleichsam wie das Kaninchen im Scheinwerferlicht regungslos da. Und wer den Film ein bisschen vorspult, sieht das Schlimme passieren.

Welche Publishing-Modelle sind sinnvoll?
Diejenigen, die bedürfnisorientiert sind. Klingt einfach, ist in der Umsetzung aber anspruchsvoll, weil es sich dabei weder um eine wirtschaftliche noch um eine technische Frage handelt, sondern um eine erkenntnistheoretische und wahrnehmungspsychologische. In diesem Bereich werden Beratungsposten vermutlich bald gut dotiert werden.

Wie können Verlage von der Digitalisierung profitieren?
Die Frage ist angenehm auf Lösung fokussiert und offenbart uns als Dank beim genauen Hinsehen ein kleines Geheimnis: Die erste Runde ist aus meiner Sicht vorbei, es beginnt gerade die nächste, noch offene. Das heißt, dass die Karten neu gemischt werden. Wer heute noch groß ist, ist morgen vielleicht schon ganz klein. Und der heutige Underdog wird morgen vielleicht ein Global Player. Einem Christoph Keese (Springer) oder Sven Fund (De Gruyter) sind schon jede Menge wunderbare Sachen eingefallen, wie sich die kommende Goldgräberzeit nutzen lässt. Doch selbst das offene Aussprechen dieser Erkenntnisse perlt an den Adressaten lotusblütengleich ab.

Dabei geht es bei den Lösungen im Ergebnis immer um Mehrwert-Dienste: Leser haben eine pro Tag immer genauer berechenbare Zeit und Aufmerksamkeitsspanne. Diese passend zu beliefern, ist das Geschäftsmodell der Zukunft. Statischer Content ist damit raus, alles wird dynamisch und bedürfnisgerecht (vgl. www.paux.de).

Enriched Content und Apps sind sinnvoll für bestimmte Inhalte – Kochbücher, Reiseführer etc. Auch auch beim Roman?
Es zeichnet sich da ein Trend ab, der mir als Irrweg erscheint: Common Sense scheint zu sein, dass Enrichment sich zwar für Fachtexte gut amortisieren würde, sich aber für Belletristik nicht lohne. Meine persönliche Erfahrung mit dynamischem Content ist: Als ich so etwas zum ersten Mal gebaut habe, war meine Phantasie noch im Halbschlaf. Ich habe daher nur die Nutzungsszenarien gesehen, die offensichtlich sind (Hintergrund-Infos, E-Learning, Content-Aggregation nach Schwierigkeit, Annotation durch Leser). Nach einiger Zeit und dank wertvoller Gespräche mit vielen Interessenten kamen aber ganz neue Modelle, auch für die Belletristik dazu.

Ist das „Libroid“-Format etwas Neues – oder basieren alle Erweiterungen bei E-Books /Apps auf Technologien, die es im WWW längst gibt?
Anfangs hielt ich Jürgen Neffe mit seinem Libroid eher für einen Dünnbrettbohrer. Bei Homer 3.0 habe ich ihn ein bisschen kennengelernt und habe gemerkt, dass er sich in angenehmer, offener und vor allem gut informierter Weise über Publikation Gedanken macht. Er ist kein Fachmann, sondern nimmt den Prozess als Ganzes wahr. Er stellt sich in den Dienst und mit an den Anfang einer wunderbaren Entwicklung.
Den Aspekt „längst im Web gibt“ finde ich dagegen unergiebig: So wie eine musikalische Komposition auf Bekanntem und Bewährtem aufbaut und dennoch Neues, nie Dagewesenes offenbaren kann, so ist auch die Digitalisierung in der Verlagsbranche natürlich eine Entwicklung, die viele Vorläufer und Wurzeln hat.

Amazon gibt keine konkreten Verkaufszahlen zu seinem Kindle oder den E-Books bekannt – aber Vergleiche nimmt man trotzdem gerne vor…
Wären die Verkaufszahlen hoch, würde Amazon wie Apple damit werben. Verkaufszahlen sagen aber nur etwas über die Vergangenheit aus und eignen sich daher nur bedingt für eine strategische Planung.
Das „alte“ Modell „statischer Content plus DRM“ halte ich in fast allen diskutierten Fällen für wirtschaftlich kontraproduktiv. Jenseits der Sorge, die Content Provider bei dem Gedanken beschleicht, ihr Gut könne unbezahlt benutzt werden, haben einige Vorreiter wie Amazon schon längst die wesentlichen Konzepte umgesetzt: Monitore deinen Benutzer, und sei es, indem du ihm den Content kostenlos überlässt. Lerne, was ihn interessiert. Und dann entwickle Produkte (genauer: Mehrwertdienste), für die zu zahlen er aufgrund seiner Bedürfnislage vorhersagbar bereit ist. Wir können das aufgrund moderner Technologie erstmals in der Menschheitsgeschichte tun, die meisten Anbieter hängen aber noch in alten Geschäftsmodellen fest und lassen Marktchancen insofern ungenutzt.

Hat das sich gerade etablierende offene HTML5 das Potential, einen Paradigmenwechsel im E-Book-Markt auszulösen?
HTML5 hat mit E-Books ja erst einmal nichts zu tun. Es ist ein Werkzeug unter vielen, an dessen Nutzen und baldige Durchsetzung kein Zweifel bestehen kann. Für die interessantere Frage halte ich Android. Das sparen wir bei uns jedoch noch völlig aus, weil bisher nur Steve Jobs die komplette Wertschöpfungskette bis zum Endabnehmer durchzubauen in der Lage war. „Freie“ Systeme sind für Anarchisten und Nerds relevant, für die Bedürfnislage der „normalen“ Menschen hingegen kaum.
Und HTML5 braucht noch ein bisschen Reifezeit, bis damit auch wirklich alle Daten der Devices nutzbar sind (z.B. Bewegungssensor). Zur Zeit aus meiner Sicht im Bereich E-Book-Business eher was für die Linux-Anhänger.

Bei Twitter las ich gestern „Meine Generation hält DSL für bewusstseinserweiternder als LSD“…
In vielerlei Hinsicht ein toller Satz: Sein Bewusstsein zu erweitern, heißt nicht, sich zu betäuben. Die Schnelligkeit und Dichte relevanter Information macht – ganz im Gegensatz zu Fernsehen – glücklich. Das Wir-Gefühl, das in „meine Generation“ aufscheint, finde ich großartig. Diese Menschen nehmen wahr, dass die „Analog-Grufties“ kaum eine Ahnung von dem haben, was gerade passiert. Das ist aus meiner Sicht viel mehr als der übliche Generationenkonflikt (der ja Jahrtausende alt ist). Wir stehen historisch an einem Umbruch, den manche mitbekommen, andere werden zu digitalen Analphabeten (und leben dennoch glücklich bis an ihr Lebensende).

Die Zukunft des Webs – die Cloud?
Cloud als Prinzip hat viele Facetten und einen großen, stark wachsenden Markt. Das Ganze hat aber auch seine Grenzen.
Cloud als Storage: Ich werde als Verlag meinen Content nicht in irgendeine Cloud packen, wo mir der Provider aufgrund einer vermeintlich unbezahlten Rechnung einfach mal den Strom abdrehen kann (ist uns schon passiert).

Cloud als Content-Lieferant: User Generated Content schafft es meiner Ansicht nach „nur“ bis auf die Ebene „Lexikon“ wie die großartige Wikipedia. Da ist dann aber eine Grenze erreicht: Auf Lehrbuch-Niveau bzgl. Verlässlichkeit, Tiefe und didaktischer Aufbereitung kann ein offenes System meines Erachtens nicht kommen.

Cloud als Kommunikationsprinzip: Wer Twitter und Facebook kennt, weiß, warum es in China verboten ist: Die Effizienz der Kommunikation wird potenziert, zentral ist da nichts mehr steuerbar. So wertvoll die Erhöhung der Vernetzungsdichte für Ideenfindungsprozesse ist und daher konsequent als Möglichkeit genutzt werden sollte, so kontraproduktiv ist diese „Demokratie“ bei der folgenden Umsetzung eines Konzepts: Ein Bundeswehreinsatz im Krisengebiet mit basisdemokratischer Beteiligung aller Soldaten würde fragliche Ergebnisse produzieren. Insofern halte ich die Cloud also für keinen Heilsbringer, aber für einen großartigen neuen Mitspieler, den wir in die Konzepte unserer Kunden auch gut dosiert einbauen.

Kommentare

19 Kommentare zu "Bernd Sommerfeld: Von PAUX lernen"

  1. @ Christine Magdalene Noll

    Christine Magdalene Noll schrieb:
    „Er [der stationäre Sortimentsbuchhandel] erwirtschaftet mit einem geschätzten Umsatz von 5,1 Milliarden Euro über 50 Prozent der gesamten Buchindustrie.“

    Gehen wir als Gedankenexperiment einfach mal davon aus, dass diese Schätzung stimmt. Dann halte ich an der Argumententation dennoch zweierlei für bedenklich:

    1. Das sind Zahlen zu Wirtschaftsprozessen aus der Vergangenheit. Dass der stationäre Buchhandel der bedeutendste Vertriebsweg war, ist unbestritten. Fraglich ist, ob dies nach der Einführung des iPads (und seiner Mitbewerber) auch so bleiben wird. Diese Zahlen sagen nichts darüber aus, sie entstanden vorher (und im übrigen vor der „Medienrevolution“, vgl. Facebook, Twitter, Blogs etc). Die meisten Verlage arbeiten mit Nachdruck an Content-Versionen für Tablets und Social Media, von einer unveränderten Absatzlage der Papierprodukte auszugehen halte ich für recht mutig.

    2. Selbst wenn der Umsatz des Sortimentsbuchhandels auch nach der Einführung des iPads gleich groß bliebe, so wird sich der Markt dennoch in seiner Zusammensetzung ändern. Aufgrund der Digitalisierung und der damit verbundenen neuen Möglichkeiten (soziales Lesen, Sharing, Print On Demand, Crossmedialität, individueller Content etc.) ändern sich auch die analogen Produkte und Vertriebswege. Und hier haben große Händler (Thalia & Co.) aufgrund besserer Ausstattung mit Kapital und Know How bislang die besseren Karten und werden bei unverändertem Fortgang weitere Umsatzanteile für sich gewinnen.

    Christine Magdalene Noll schrieb:
    „Vielmehr sollte der digitale Markt von sich aus daran interessiert sein, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die den stationären Buchhandel als potente Verkaufsplattform integrieren.“

    Auch hierzu 2 Anmerkungen:

    1. Dass der „digitale Markt“ von sich aus daran interessiert sein „sollte“, beleuchtet das Problem: Er *ist* es offensichtlich nicht, und das hat viele Gründe. Einer davon ist, dass stationären Buchhandel vielleicht nicht so sehr als „potente Verkaufsplattform“ wahrgenommen wird, sondern eher als schlecht skalierbar: Mehr Umsatz müssen Sie beim Verkauf analoger Waren immer durch mehr Ladenfläche, Personal etc. „erkaufen“. Amazon hingegen kann z.B. durch reine SEO-Maßnahmen wachsen und skaliert hervorragend.

    2. Wenn der stationäre Buchhandel dem „digitalen Markt“ die Entwicklung von Geschäftsmodellen überlässt, besteht die Gefahr übergangen zu werden. Es erscheint mir daher empfehlenswert, mit Kenntnis der eigenen Ressourcen und mit eigener Kreativität selbst neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und proaktiv zu pushen. Ein mögliches Verfahren hierzu habe ich unten vorgeschlagen. Aber auch und gerade wenn der Buchhandel neue Geschäftsmodelle entwickelt, bedeutet dies mit Gewissheit eines: Er wird sich verändern müssen und braucht hierfür Know How. Dieses Know How seinen Mitgliedern effektiv und effizient verfügbar zu machen, halte ich für eine der großen anstehenden Aufgaben unseres Börsenvereins. Und es ist Sache des Buchhandels, diese Dienstleistung beim Börsenverein mit Nachdruck einzufordern.

  2. Sehr lesenswertes und informatives Interview!
    Allerdings würde ich Herrn Dreusicke in Bezug auf den Buchhandel widersprechen wollen.
    Immer wieder wird der Buchhandel als (bisheriger) Verlierer der Digitalisierung dargestellt, was sich etwa in seinem Kommentar „Tja, dann machen das eben andere. Der großen Bewegung ist das egal“ niederschlägt. Die Frage, die sich mir dabei stellt ist: Funktioniert die Digitalisierung ohne den Buchhandel bzw. kann der digitale Markt auf den Buchhandel verzichten? Nach wie vor ist der stationäre Sortimentsbuchhandel der bedeutendste Vertriebsweg für Bücher. Er erwirtschaftet mit einem geschätzten Umsatz von 5,1 Milliarden Euro über 50 Prozent der gesamten Buchindustrie. (Wirtschaftszahlen Börsenverein 2010). Hier findet sich also die größte Konzentration lesewilliger Deutscher. Auf die buchhandlungsaffinen Leser zu verzichten, scheint mir in Ansehung dieser Zahlen und der Tatsache, dass iPad und Co. bisher nicht mehr als Nischenprodukte für eine sehr eingeschränkte Zielgruppe sind, mehr als töricht.
    Vielmehr sollte der digitale Markt von sich aus daran interessiert sein, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die den stationären Buchhandel als potente Verkaufsplattform integrieren.
    Denn um marktrelevante Umsätze mit digitalen Publikationen zu generieren, werden Geschäftsmodelle benötigt, die eine „sanfte Migration“ hin zum digitalen Medium auch für diejenigen interessant macht, die keine Digital Natives sind. Und das funktioniert nicht ohne den stationären Buchhandel als Schnittstelle.
    Nicht zuletzt deshalb haben wir von smt (www.smartmediatec.com) mit unserm digitalen Geschäftsmodell das Smart Book entwickelt, das sich ohne Probleme im Buchhandel verkaufen lässt…

  3. Ein sehr schön geführter und Mehrwert-bringender Diskurs… Freue mich auf die nächsten Begegnungen ob off- oder online…

  4. @ Bernd Sommerfeld
    Danke für die Tipps! Mit Epidu hatte ich schon telefoniert, bevor ich Ihren Post las, aber auch dem anderen Hinweis gehe ich sehr gerne noch nach! Genau so etwas ist es glaube ich, was uns helfen kann, E – Books z.B. auch verschenkfähig zu machen!

  5. @ Michael Dreusicke
    Eine weitere wichtige Ressource ist übrigens Zeit 😉 – sorry für die verspätete Antwort.
    Die Idee eines Gesprächs ist sicher eine gute – meine Wahrnehmung ist, daß sich die verschiedenen Mitspieler am Markt auf sehr unterschiedlichen Niveaus bewegen und teilweise sehr wenig voneinander wissen. Schon der Sortimentsbuchhandel ist ja an sich nicht homogen sondern gliedert sich in verschiedene Bereiche (z.B. wissenschaftliche Buchhandlungen, zu denen ich auch Lehmanns zählen würde, kleines Sortiment, zu denen ich Buchhandlungen wie die meine rechnen würde, Filialisten und mehr). Während die wissenschaftlichen Buchhandlungen sich schon lange und in großem Ausmaß mit der Digitalisierung auseinandersetzen müssen ist das Thema für uns kleine Buchhandlungen noch relativ neu. Viele dieser kleinen Buchhandlungen haben eine minimale Eigenkapitalquote und oft eine dünne Personaldecke. Noch ist (zumindest was die E – Books anbelangt) die Digitalisierung noch nicht so ganz bei uns angekommen. Die Konkurrenz im Internet hingegen schon.
    Ein Austausch müsste in meinen Augen zu allererst einmal dafür sorgen, daß ein Verständnis füreinander entwickelt wird. Wie weit die Pole auseinanderliegen zeigt exemplarisch die Diskussion, die wir hier führen. Ein Forum könnte z.B. eine der Buchmessen sein, wo sich am Austausch interessierte treffen könnten, das aber dann zielgerichtet, ganz so wie Sie es vorschlagen. Ich bin offen dafür, vielleicht auch andere KollegInnen, die hier mitlesen. Ideen entwickle ich gerne mit – aber bitte erst nach Weihnachten! Bis dahin hoffe ich, noch ganz viele Printbücher und das eine oder andere E – Book zu verkaufen!

  6. @Frauke Ehlers

    Frauke Ehlers schrieb:
    „Was ist für Sie denn die Korrelation zum Ton der über einen Steinway Konzertflügel angeschlagen wird, im Buchbereich?“

    Wenn wir in der Analogie bleiben wollen, ist das Anschlagen eines Tons ein Herstellungsprozess und damit nicht das, wo der klassische Buchhandel (bislang) seinen Einsatzschwerpunkt zu sehen scheint. Dieser Bereich könnte vor dem Hintergrund des rasant wachsenden Self-Publishings interessant werden (Buchhandlung als Dienstleister für selbstveröffentlichende Autoren), ist aber nur ein Beispiel von vielen.

    Mein Vorschlag wäre, im Rahmen des unten angesprochenen Verfahrens (3 Sprecher mit anschließender öffentlicher Diskussion) gemeinsam eine Matrix zu entwerfen, in deren Spaltentiteln die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette und in deren Zeilentiteln die möglichen Beteiligten mit ihren möglichen Beiträgen stehen. Von dieser Matrix ließen sich Varianten anfertigen, die z.B. die klassische vs. die durch die Digitalisierung möglichen Kombinationen aufzeigt oder den Vergleich zwischen der Musik- und der Buchbranche. Entscheidend für die Entwicklung der Matrix scheint mir die möglichst umfassende Einbeziehung aller Beteiligten zu sein. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels würde für eine solche Initiative vermutlich äußere Rahmenbedingungen schaffen können.
    __
    Frauke Ehlers schrieb:
    „Wie sieht für Sie denn das beschrieben analoge Leseerlebnis aus, dass der Einzelhandel als Dienstleister sicherstellen soll in der digitalen Wertschöpfungskette?“

    Indem ich geschrieben habe „’möglichst’ analog“, wollte ich auf die Einbeziehung möglichst aller Wahrnehmungskanäle (visuell, auditiv, kinästhetisch, gustatorisch, olfaktorisch) und -schichten (bewusst, vorbewusst, unbewusst) eingehen. Da ich glaube, dass sich der Zukunftsmarkt um die Aufmerksamkeit der Leser dreht, weil jeglicher Content bald flächendeckend verfügbar sein wird, geschieht die Differenzierung der Produkte durch (personalisierte) Dienstleistungen. Das werden Dienstleistungen sein, die sich an den Bedürfnissen der Leser orientieren und z.B. Fragen beantworten wie „Wo finde ich eine bestimmte Information?“, „Wie kann ich eine bestimmte Fähigkeit erlernen?“, „Wo finde ich Menschen, die ähnliche Interessen haben wie ich?“, „Welche weiteren Veranstaltungen, Produktempfehlungen, Spezialisten etc. gibt es noch zu einem bestimmten Thema?“.

    Als Ausgangpunkt für diese Fragen eignen sich Bücher in besonderer Weise. Mit der Kenntnis der Verlagsprodukte und der Leserwünsche auf der einen und der physischen Existenz des Ladenlokals auf der anderen Seite kann der Buchhandel hier Dienstleistungen entwickeln, die dem Verlag mangels Kundennähe verschlossen bleiben (und auch verschlossen bleiben werden, weil sie nicht dessen Kerngeschäft betreffen).

    Bitte sehen Sie mir nach, wenn ich meine Ideen, die ich natürlich schon habe, an dieser Stelle nicht veröffentliche. Zum einen würde das den gemeinsamen Ideenfindungsprozess stören, zum andern bin ich davon überzeugt, dass sie bessere haben und gemeinsam noch viel bessere entwickeln werden.

  7. @Michael Dreusicke
    Danke für Ihre Antwort. Mit dieser Tonlage komme ich auf alle Fälle besser zurecht. Danke für den „change“.
    Was ist für Sie denn die Korrelation zum Ton der über einen Steinway Konzertflügel angeschlagen wird, im Buchbereich? Das haptische Buch wohl kaum, sondern die Literatur/ Geschichte die dahinter stehen. Natürlich kann ich versuchen, die auf einem anderen Medium erlebbar zu machen und das kam ja in der Mediengeschichte auch schon oft genug vor. Und natürlich ist die Digitalisierung einer Prozess der gerade sämtliche Medienformate erfasst. Die Vehemenz mit der sie das tut hat graduellen Unterschiede. Und es ist klar, dass sich da „alle“ neu zu positionieren haben und dass sie da offensichtlich in sehr unterschiedlicher Offenheit und mit sehr unterschiedlicher Ressourcenausstattung und sehr unterschiedlichen technologischen Kompetenz tun.

    Wie sieht für Sie denn das beschrieben analoge Leseerlebnis aus, dass der Einzelhandel als Dienstleister sicherstellen soll in der digitalen Wertschöpfungskette?
    Herzliche Grüße, Frauke Ehlers

  8. Experts forecast Android Market will outshine App Store
    http://www.mobilemarketer.com/cms/news/software-technology/6971.html

    Soviel zum „relevanten Markt“. Hoffentlich vertun Sie sich da nicht, Herr Dreusicke.

  9. @Frauke Ehlers

    „Haltungen“ haben Personen, wir haben uns insofern von Sachfragen entfernt. Das scheint mir für die Lösung dennoch – oder gerade deswegen – außerordentlich hilfreich, weil es uns zurückbringt zu dem, was für uns wesentlich ist.

    Vielleicht vermag ein Blick in meine Vergangenheit aufzuzeigen, wie nah ich der analogen Welt bin und dass ich mich wie Sie für den Schutz des Wertvollen einsetze.

    Vor meinem Jura-Studium habe ich Schlagzeug und Klavier studiert und dann ein Tonstudio betrieben. Beim Musizieren habe ich folgende Erfahrung gemacht: Wenn ich auf einem Steinway Konzertflügel nur eine Oktave im Bass angeschlagen habe, hat mich das schon erfüllt. Wenn ich hingegen auf einem Synthesizer eine Stunde lang gespielt habe, fühlte ich mich hinterher einfach nur leer. Das Wesentliche, in Verbindung zu einer Energie zu kommen und das sich damit Aufladen, gelingt mir nur an akkustischen Instrumenten.

    Ganz andere Erfahrungen habe ich im Technikbereich des Tonstudios gemacht: Dass hier im Rahmen der Digitalisierung analoge Geräte wie Mischpulte und Tonbandmaschinen durch Computer mit analogen Controllern ersetzt wurden, brachte uns beim Arbeiten erstmals die langersehnte Leichtigkeit und bis hin zum Flow. Hier hat uns die Digitalisierung neue Freiräume für Kreativität geschenkt. Dieser Weg ist für immer unumkehrbar, dafür ist er einfach zu schön.

    So analog das eigentliche Erleben also ist, so digital sind oder werden oft die dahinterliegenden Prozesse. Und damit sich der Leser ganz dem analogen Erleben hingeben kann, muss der Produzent digital handeln und denken. Es kommt meines Erachtens nun darauf an, dass sich der Einzelhandel als Dienstleister zugunsten eines möglichst analogen Lese-Erlebnisses einen Platz in der digitalen Wertschöpfungskette sichert.

    Es grüßt Sie, von Herzen analog
    Michael Dreusicke

  10. @ Susanne Martin
    Mit der Begrenztheit der finanziellen und personellen Ressourcen auf der einen Seite und der Ergänzungswürdigkeit technischen Know Hows auf der anderen Seite sprechen Sie ein sehr wichtiges Thema an.

    Hilfreiche Fragen wären aus meiner Sicht:

    1. Über welche Ressourcen verfügt der Einzelhandel derzeit? Was macht ihn aus (überspitzt formuliert: Was unterscheidet den Sortiments- vom bloßen Papierhandel?)? In welcher Hinsicht ist er für wen wertvoll?

    2. Welche dieser Ressourcen ist im digitalen Workflow ein Engpass? Was bleibt also beim Überspringen des Einzelhandels auf der Strecke?

    3. Wie lassen sich die Engpass-beseitigenden Ressourcen des Einzelhandels in den digitalen Workflow integrieren, so dass daraus für den gesamten Prozess nachhaltige Mehrwerte ergeben?

    Ich könnte auf diese Fragen antworten, aber um mich geht es nicht. Und ich bin mir sicher, dass Sie nicht nur noch bessere Fragen, sondern auch die wesentlich besseren Antworten finden werden.

    Um Sprachfähigkeit zu erlangen, sollten vielleicht 3 Sprecher des Einzelhandels gefunden werden, die mit den Problemen in der Praxis vertraut sind (ein Goldstück wäre in diesem Zusammenhang Bernd Sommerfeld, und dann am besten noch 2 Frauen). Diese Sprecher sollten die Fragen – von einer vierten Person streng moderiert – beantworten, der Vorgang könnte live im Internet übertragen und später als Video zur Verfügung gestellt werden.
    Die Sprecher sollten ihre Ergebnisse anschließend verschriftlichen. Dieses Schriftstück könnte im Internet veröffentlicht und den Beteiligten zur Diskussion gestellt werden, so dass der Einzelhandel seine Ressourcen gezielt zusammentragen kann. Diese öffentliche (schriftliche und moderierte) Diskussion könnte dazu führen, dass Fragen gestellt und beantwortet werden, die für die meisten Beteiligten interessant sind. Als technische Infrastruktur für dieses Vorhaben würde sich unsere Technologie PAUX eignen, wir würden sie hierfür kostenlos zur Verfügung stellen.

    Nach einer 4-wöchigen öffentlichen Diskussion könnten die Ergebnisse dann von den 3 Sprechern schriftlich zusammengefasst und an derselben Stelle veröffentlicht werden. Danach wären wir schonmal einen großen Schritt weiter. Das weitere Vorgehen würde sich dann hieraus ableiten.

  11. Liebe Frau Martin,
    für uns Buchhändler hat neben smt (Smart Media Technologies) mit dem smart-Stick hat z.B. auch Epidu eine haptische Lösung erdacht: Das Aachener Unternehmen nutzt für den Vertrieb seiner Bücher sogenannte E-Book Cards, Visitenkarten für Bücher. Auf dieser Karte ist auf der Vorderseite das Buchcover abgebildet und auf der Rückseite ein kurzer Klappentext mit einer Buch-ID und einem QR-Code. Der Leser kann die am Verkaufstand oder Kasse angebotenen E-Book Cards kaufen und erwirbt damit gleichzeitig das dazugehörige E-Book. Der Leser kann dann seinen Kaffee direkt vor Ort mit seinem neuen Buch genießen. Für den Buchladen ergibt sich dadurch die Möglichkeit, zusätzlich zu den E-Book-Readern auch direkt passende E-Books anzubieten. So kann der Buchladen seine Beratungskompetenz ausspielen.

  12. „Er habe Problem gelöst, die sonst niemand hatte…“ steht in der Einleitung dieses Interviews. Diese Haltung kommt für mich auch in diesem Text zum Vorschein. Ich freue mich ja, Herr Dreusicke, wenn Sie inzwischen mit Ihren jetzigen Lösungen anständiges Geld verdienen, aber Ihre Abkanzelung von Haltungen, die nicht technologie- freakig unterwegs sind, finde ich schon beachtlich. Ein Denken vom KundInnenennutzen scheint mir hier nicht die treibende Kraft zu sein, sondern die der technologischen Machbarkeit. Und ob das nun die selig machende Zukunft ist, die Sie hier ersehnen, bezweifele ich. Und wer sich für die Auseinandersetzung mit den Analog-Grufties zu schade ist, verpasst vielleicht doch auch einen „Markt“, denn der macht meines Wissens gerade die größte Zielgruppe aus. Es grüßt ein weiterer Analog Gruftie,

  13. „Dass der Handel von allen derzeitigen relevanten Geschäftsmodellen komplett übersprungen wird, lässt die Betroffenen in beeindruckender Weise unberührt. Schade, dass auch gut beratende, aber schlecht informierte Händler ausgelöscht werden, nicht nur Konsolidierungswürdiges, sondern auch echte Kompetenz auf der Strecke bleibt. Ich habe aber in meinen Beratungsgesprächen mit dem Handel außer vagem Interesse nur selten handlungsermöglichende Einlassungen erlebt. Tja, dann machen das eben andere. Der großen Bewegung ist das egal.“
    Nun, mich lässt es keineswegs unberührt, daß der Handel übersprungen wird und mich würde interessieren, mit welchem Handel Sie sich unterhalten haben. Ich persönlich versuche, mich im Rahmen meiner Möglichkeiten zum Thema zu informieren und zu engagieren. Ich glaube jedoch, Sie verkennen die Möglichkeiten, die das kleine Sortiment hat, sowohl was die finanziellen als auch die personellen Ressourcen anbelangt. Wir sind keine TechnikerInnen, sondern verkaufen Inhalte. Wir sind bereit, uns mit Angeboten auseinanderzusetzen, aber wir können keine eigenen Angebote entwickeln. Und ich muss zugeben: Von Ihren technischen Erläuterungen habe ich fast nichts verstanden. Ich gehöre also ganz offensichtlich zu den „Analog – Grufties“. Vielleicht gibt es ja auch mal einen zweiten Artikel von Ihnen, der uns Analog – Grufties im Handel erklärt, welche Vorschläge Sie dem Sortimentsbuchhandel denn machen können!

  14. @Michael Dreusicke
    Ein wirklich beachtenswertes Interview. Einzelne Details mögen falsch sein – aber die große Richtung stimmt! Glückwunsch!!

  15. @Michael

    zu 1. Diese Einschätzung ist, wie gesagt, nicht die meine. Aber ich finde an der Tatsache, dass eine bestimmte Zielgruppe nicht auf technologische Unterschiede, sondern auf andere Dinge achtet (Größe und Gewicht), völlig legitim. Ich habe mein iPad kürzlich meiner 96-jährigen Oma gezeigt, das war ihr aber zu fummelig. Mit einem oyo hätte ich sie vielleicht überzeugt 🙂

    zu 2. Mit „System“ habe ich die gesamte Infrastruktur gemeint, nicht die erste Version des iPads, die ja erst der Beginn einer wunderbaren Entwicklung ist und viele gute Mitbewerber finden wird. Es ging mir um den Preis, den die meisten Nutzer unbewusst für die Freiheit zahlen:
    Mit Android habe ich jede Freiheit der Programmierung und Contentbespielung, dafür gibt es dort aber auch keinen relevanten Markt für Apps. Bei Apple habe ich meterweise Restriktionen zu beachten, was einen zunächst ärgert, auf den zweiten Blick aber eine Qualitätssicherung bewirkt, die für ein funktionierendes Wertschöpfungssystem unabdingbare Voraussetzung ist.
    Dennoch gebe ich gerne zu, dass das Bild der „Anarchisten und Nerds“ vielleicht ein sehr plastisches ist und die Freiheit, genauer genommen die Illusion davon, sehr verführerisch.

  16. Nachdem ich ganz unbefangen hatte zu lesen, bleiben – leider – nur zwei Dinge übrig:
    1. Ich halte die vertretene Meinung zur „Zielgruppe“ schlicht für elitär (um höflich zu bleiben).
    2. Die Sichtweise, dass freie Systeme nur was für „Anarchisten“ und „Nerds“ wären (implizit: nur das iPad taugt etwas), widerspricht der eigenen Aussage über die Zielgruppe von Geräten wie z.B. dem Oyo.

  17. No prob, Frau Redeker 🙂
    Die Zielgruppendefinition ist nicht von mir, sondern von dem eReader-Anbieter. Vereinfachend ist sie naturgemäß, darum geht es bei Zielgruppen. Ob sie plump ist, darf jeder für sich bewerten. Die unterdurchschnittlich Technik-Affinität der 40-60 jährigen Frauen lässt sich im statistischen Mittel klar belegen. Damit eine persönliche Wertung einer dieser Damen zu verbinden („zu … Ignoraten abzustempeln“), lässt sich meinen Worten nur mit recht freier Interpretation entnehmen.

    Auf „überprüfbare Ergebnisse“ zu warten (Studien?), können sich Berater leisten, Unternehmen hingegen müssen handeln, sobald sich am POS ein klares Bild abzeichnet.

  18. Sorry, Herr Dreusicke – Ihre Vorstellungen über Zielgruppen von E-Book-Readern sind schon ziemlich plump und vereinfachend. Bisher gibt es kaum überprüfbare und übertragbare Ergebnisse zu der Frage, wer E-Book-Reader tatsächlich nutzt und aus welchen Motiven Anwender zum E-Book-Reader greifen. Eine ganze Gruppe, wie Sie es in diesem Interview tun, nämlich die Gruppe der 40-60 jährigen Frauen zu technischen Ignoranten abzustempeln, denen man einen „technischen Witz“ mit der Begründung „leicht“ aufschwatzen kann, zeigt wie leicht schubladenartiges Zielgruppendenken und Wunschdenken? zu falschen Schlüssen führt.

    Dorothea Redeker
    Vanish The Borders
    Strategieberatung, Bensheim

  19. Ein wachrüttelndes Interview, welches den dringenden Handlungsbedarf zu Recht deutlich macht. Liest sich wie eine Art provokativer Therapie für Betonköpfe im Verlagswesen 😉

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