Die Meldungen in der Rubrik „Aus den Unternehmen” stammen von den Firmen selbst und sind nicht redaktionell geprüft bzw. bearbeitet worden.

Mafia-Export unter Beschuss

Der renommierte Universitätsdozent, langjährige Parlamentarier und ausgewiesene Anti-Mafia-Kämpfer Francesco Forgione beschreibt in seinem vor kurzem im Riemann Verlag erschienenen Buch „Mafia-Export“, dass ‘Ndrangheta, Cosa Nostra und Camorra zunehmend global agieren. Er zeigt Strukturen auf, nennt Namen und schildert, dass insbesondere Deutschland immer mehr zum Operationsgebiet von Mafia-Angehörigen geworden ist.
 
Jetzt erhielt der Riemann Verlag ein Anwaltsschreiben, in dem sich zwei Protagonisten über ihre Nennung im Buch beschweren und Unterlassung verlangen. In beiden Fällen gibt es zahlreiche Berichte des deutschen Bundeskriminalamts bzw. der italienischen nationalen Antimafia-Direktion, welche die Genannten als bedeutsame Mafia-Mitglieder, als sog. „Capo Locale“, bezeichnen. Beide bestreiten gleichwohl ihre Mitgliedschaft in der Mafia.
 
 
Unter anderem geht es bei den inkrimierten Passagen um die Frage,

  • ob einer der beiden deshalb als Dolmetscher der usbekischen Delegation an einer Interpol-Konferenz in Rom teilnahm, um sich dort aus erster Hand über die neusten Technologien im Kampf gegen den Drogenhandel zu informieren oder ob es sich nur um einen „Gelegenheitseinsatz im externen Bereich“ handelte,
  •  ob einer der beiden italienische Restaurants zu Zwecken der Geldwäsche und des Drogenhandels betrieb oder ob es nur seit Jahren seine Spezialität ist, Inneneinrichtungen für italienische Restaurants zu entwerfen,
  •  ob eine Pizzeria in Duisburg tatsächlich als „Hauptumschlagplatz für Drogen“ galt oder, so in den Polizeiberichten, vielleicht nur als „Anlaufstelle für Rauschgiftdelikte“ oder als „Standort für Drogenhandel“,
  •  wie einer der beiden vom Kellner mit geringem Einkommen zum Inhaber einer in Ermittlerkreisen berüchtigten Pizzeria aufstieg,
  •  warum einer der beiden seinen örtlichen Fußballverein und den Golfclub finanziell unterstützt.

 
 Dem Riemann Verlag wurde eine Frist zur Abgabe der geforderten Unterlassungserklärungen bis heute, 14.10.2010 gesetzt und für den Weigerungsfall rechtliche Schritte angedroht.
 
Autor und Verlag werden ihre Aussagen belegen, denn sie sind der Auffassung, dass es Aufgabe der Medien ist, allen Verdachtsmomenten auf Mitgliedschaft in der Mafia nachzugehen und bei hinreichenden Anhaltspunkten auch durch Namensnennung in Forgiones Buch einem weiteren Vordringen mafiöser Strukturen Einhalt zu gebieten.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Mafia-Export unter Beschuss"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Webinar-Mediathek

Webinar verpasst?

Falls Sie ein Webinar verpasst haben, können Sie nachträglich das Video zum Webinar bestellen und sich die Inhalte bequem am Computer anschauen. In unserer Mediathek finden Sie alle verfügbaren Webinar-Videos.

Themen-Kanäle

SPIEGEL-Bestseller

Hardcover Belletristik
2
Sparks, Nicholas
Heyne
3
Leo, Maxim; Gutsch, Jochen
Ullstein
4
Seethaler, Robert
Hanser, Berlin
5
Schätzing, Frank
Kiepenheuer & Witsch
10.09.2018
Komplette Bestsellerliste Weitere Bestsellerlisten

Veranstaltungen

  1. 12. September - 15. Oktober

    Harbour Front Literaturfestival 2018

  2. 25. September - 26. September

    EHI Marketing Forum 2018

  3. 26. September - 27. September

    Österreichische Medientage 2018

  4. 2. Oktober - 4. Oktober

    Digital Book World

  5. 4. Oktober - 6. Oktober

    InsightsX