Sehen uns eher in der Enabler-Rolle

Nicht nur die Verbandsplattform Libreka hat in den vergangenen Jahren mehrere Wendungen vollzogen. Auch txtr aus Berlin sucht weiterhin nach einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell. Im Interview mit buchreport.de beschreibt Ulrik Deichsel (Foto: Manuel Medicus, txtrblog), verantwortlich für die Geschäftsentwicklung, die Entwicklung vom Hardware-Anbieter zum Dienstleister.

Sie haben Ihren Reader schon im vergangenen Jahr auf der Buchmesse präsentiert, und auch in diesem Jahr ist der Startschuss zum Verkauf noch nicht gefallen. Was macht Sie zuversichtlich, dass die Letzten am Ende doch noch die Ersten sein werden?
Bis jetzt gibt es nur sehr wenige Geräte auf dem deutschen Markt, und die technische Weiterentwicklung ist in vollem Gange – damit sind wir mit dem txtr Reader auch noch nicht zu spät. Zudem haben wir unser Unternehmen umpositioniert: Gestartet sind wir mit einer Online-Plattform für kostenlose Bücher, dann haben wir uns zu einer Direktvertriebsplattform vorwiegend für Ebooks und den txtr-Reader entwickelt. Inzwischen sehen wir uns eher in der Enabler-Rolle: Wir wollen andere Firmen, in der Regel größere Unternehmen, dabei unterstützen, ins E-Book-Geschäft einzusteigen: Ein Medienhaus oder eine große Buchhandelskette kann von uns eine Komplettlösung bekommen, die den E-Book-Shop und die Lesefunktion auf unterschiedlichen Geräten betreibt. Eines davon wird der txtr-Reader sein. Wir sind aber viel bei Geräteherstellerung unterwegs, um weitere Geräte mit txtr-Zertifizierung anbieten zu können. Pocketbook ist der erste Partner in diesem Feld.

Sie betreten mit Ihrem neuen Enabler-Profil ein Feld, auf dem sich weitere Akteure tummeln.
Dennoch gibt es noch nicht viele Spieler am Markt. Zudem sind wir die einzigen Anbieter, die eine vollwertige Multi-Channel-Unterstützung auf allen relevanten Plattformen anbieten. Außerdem können sich unsere kunden frei entscheiden, wo sie den Content einkaufen, wir haben alle Aggregatoren und Großverlage direkt an unser System angebunden.

Libri und Thalia haben gerade eigene Reader vorgestellt. Ist der verschärfte Wettbewerb gut für den Markt?
Natürlich beobachten wir dies genau. Einerseits ist es ein gutes Zeichen für den Markt, wenn sich große Branchenakteure auf diesem Weg engagieren, andererseits stellt es auch eine Konkurrenz für uns dar. Wir sind aber auch im herkömmlichen Buchhandel nicht schlecht aufgestellt: Mit KNV haben wir einen starken Partner, um auch kleinere Buchhändler mit einem E-Book-Shopsystem auszustatten – auch der txtr-Reader und andere Geräte sollen im Buchhandel angeboten werden. In jedem größeren Markt wollen wir einige Großkunden direkt bedienen, während wir kleinere Firmen über Partnerschaften wie mit KNV bedienen.

Die Fragen stellte Daniel Lenz

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