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Auf nach Japan

Wann startet Google den eigenen E-Book-Vertrieb, dürfte eine der meistgestellten Fragen der diesjährigen Buchmesse sein. Während bereits Gerüchte kursieren, der Suchmaschinen-Gigant werde sein „Editions“-Programm nach mehrfachen Verspätungen in Europa ganz absagen (was sich am Abschied von Mastermind Dan Clancy zeige), dementiert der Internetriese energisch: „Google Editions“ werde noch in diesem Jahr starten, wenn auch noch nicht unbedingt in Deutschland, versichert  Unternehmenssprecher Stefan Keuchel. Und überhaupt sei auch an den Berichten über den Abschied von Dan Clancy nichts dran.

Jedenfalls nimmt Google aber erkennbar verstärkt Asien ins Visier. Nach eigenen Angaben will Google die japanische Version von Google Editions im kommenden Jahr starten – trotz eines eher frostigen Klimas. Wie AFP meldet, hätten viele Verleger bislang zögerlich reagiert, die Daten ihrer E-Books an Google zu übergeben, aus Furcht, die Titel könnten für unbeabsichtigte Zwecke genutzt werden. Aus diesem Grund werde Google zunächt mit einer kleinen Anzahl an E-Book-Titeln starten – und hoffen, dass sich die Haltung der Verleger im Laufe des komenden Jahres entspannen werde.

Eine weitere Kälte-Quelle im frostigen Klima auf dem japanischen Buchmarkt sind die weiterhin frustrierenden Branchen-Zahlen. Gerade erst wurde eine Statistik veröffentlicht, nach der der Umsatz im ersten Halbjahr 2010 um 3,1% gesunken ist. Mit Blick auf den digitalen Buchmarkt besteht einerseits die Angst, durch Kannibalisierung die Print-Erlöse weiter zu schwächen; andererseits besteht die Hoffnung, im so genannten „Ersten Jahr der digitalen Bücher“ endlich die Grundlage für wachsende E-Erlöse in der Zukunft zu legen.

Interessanter Randaspekt der Entwicklung: Der japanische Technologie-Riese Sony, der weiterhin versucht, mit den eigenen E-Readern im Wettbewerb mit Apple und Amazon zu bestehen, hatte sich im Heimatland 2007, nach dreijährigem Feldversuch, ganz aus der E-Book-Szene verabschiedet und wagt erst wieder in diesem Jahr einen neuen Versuch, die Handy-affinen Leser vom neuen Lese-Medium zu überzeugen (siehe DailyFinance).

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