Wie steht es um die E-Strategie, Herr Meier?

Die Digitalisierung stellt Verlage vor neue Herausforderungen. Mittelständische Unternehmen sind oft nicht gut dafür gerüstet, meint Steffen Meier, (Foto), Online-Chef im Verlag Eugen Ulmer.

Sind die mittelständischen Verlage ausreichend für die Anforderungen der Digitalisierung gerüstet?
Viele Verlage sind organisatorisch ungenügend vorbereitet, stecken aber auch in einem grundsätzlichen Dilemma: Einerseits scheuen sie größere Investitionen, da die Prognosen über die zukünftige Rolle digitalisierter Inhalte höchst unsicher sind. Andererseits erfordert es erheblich organisatorische Veränderungen, wenn man auf der Höhe der Entwicklung bleiben will. Wenn man nur ein oder zwei Leute im Unternehmen hat, die sich mit diesem Thema be­schäftigen, können die zwar die Entwicklung beobachten und Ideen einbringen, aber sie haben meistens keine Ressourcen mehr frei für die praktische Umsetzung.

Wie hat der Ulmer Verlag dieses Dilemma  gelöst?
Wir waren zugegebenermaßen ein Exot, als wir bereits früh anfingen, auch eigene technische Lösungen zu entwickeln und einen komplett eigenen Online-Bereich aufzubauen. Inzwischen agieren wir sogar als Dienstleister für andere Verlage.

Wie kann angesichts der unsicheren Prognosen über die künftige Bedeutung digitalisierter Inhalte eine nachhaltige Strategie für Verlage aussehen?
Erstaunlicherweise wissen viele Verlage zwar sehr genau über ihre Zielgruppen Bescheid, nutzen dieses Wissen aber kaum bei der Entwicklung ihrer digitalen Strategie. Dabei sollte man sich in diesem Bereich grundsätzlich nicht anders verhalten als im angestammten Geschäft auch: Sich an der Zielgruppe orientieren und den Kunden in digitaler Form anbieten, was sie in digitaler Form haben wollen, sei es als Datenbank, Newsletter, App oder E-Book.

Aber erwarten die Kunden nicht, digitale Inhalte kostenlos zu bekommen?
Zugegeben: Verlage haben es sich durch kostenlose Online-Inhalte in den vergangenen Jahren nicht einfach gemacht. Aber das bedeutet nur, dass dieser Markt schwieriger ist, er ist aber nicht kaputt. Wenn ein inhaltliches Produkt sein Geld wert ist, wird es auch gekauft – gleichgültig, ob es als Printprodukt oder in digitalisierter Form zum Kunden kommt.

Die Fragen stellte David Wengenroth

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