Mehr für weniger

Mit Seth Godin hat sich ein weiterer hochkarätiger Autor in die Schlange derjenigen eingereiht, die ihrem Verlag den Rücken kehren, um auf eigene Faust die digitale Welt zu erkunden. Doch zumindest in Deutschland ist mittelfristig nicht mit einem Exodus der Autoren zu rechnen. Langfristig ist die Entwicklung jedoch für Verlage, die ihr traditionelles Dienstleistungsspektrum nicht weiterentwickeln, gefährlich.

Ein Blick auf die Autoren, die zumindest teilweise die Bindung zu ihrem Print-Verlag gelöst haben, zeigt, dass in erster Linie die extrem marketing- oder onlineaffinen Autoren den Solo-Weg gehen. Für die Paulo Coelhos der Bücherwelt, die schon über eine klar definierte Leserschaft und/oder direkten Kontakt zu einem breiten Online-Publikum verfügen, ist der Schritt wenig riskant. Für das Gros der Autoren ergeben sich jedoch schlechtere Perspektiven. In Deutschland kommt hinzu, dass sich selbst unter den jüngeren Autoren die meisten nicht für den digitalen Vertrieb interessieren, wie ein renommierter Literaturagent zuletzt gegenüber buchreport eingeräumt hat.

Und doch wäre es fahrlässig für Verlage, vor diesem Hintergrund die Entwicklungen auf dem digitalen Buchmarkt einfach nur abzuwarten, denn analog dazu, dass immer mehr Verlage immer mehr Dienstleistungen auslagern – z.B. bei der Konvertierung von Inhalten, Programmierung von Apps, Konzeption von Online-Kampagnen –, werden auch Autoren diese Hilfestellungen in Anspruch nehmen. Also müssen sich Verlage unentbehrlich machen, mit einem neuen Selbstbild neue Dienste für Autoren anbieten. Der hohe Aufwand dabei wird zwangsläufig zu einer Reduzierung der Novitäten und Konzentration auf weniger Autoren führen. Mehr für weniger ist am Ende mehr.

aus buchreport.express 34/2010

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