PC-Protestwelle schwappt über Sarrazin

Die erwartbaren Reaktionen auf das in der nächsten Woche erscheinende Buch „Deutschland schafft sich ab“ des Bundesbank-Vorstandes Thilo Sarrazin lassen nicht lange auf sich warten. Die Medien geben eine Reihe von Äußerungen von Politikern wieder, die das SPD-Mitglied an den rechten Rand der Politszene rücken. Sarrazin kritisiert die Muslime in seinem Buch als nicht immigrationsfähig. Der SPIEGEL wertet: Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel fürchte angesichts solcher Sätze um das traditionell gute Verhältnis seiner Partei zu Einwanderern. Parteiausschlussverfahren stehe er zwar skeptisch gegenüber. Angesichts der jüngsten Äußerungen wolle er nun aber Sarrazins Buch auf die Vereinbarkeit mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie testen. Die Aufmerksamkeit für das Problem würde dadurch natürlich nicht geringer. Das sei das Riskante für Gabriel: Schon durch die indirekte Austrittsaufforderung werde Sarrazin aufgewertet, zumal seine Forderungen in größeren Teilen der Gesellschaft nicht unpopulär seien. Im Zweifelsfall müsse die SPD bald einen internen Konflikt um ein soziales Reizthema austragen, das ihr gerade nicht gelegen käme.
spiegel.de, tagesspiegel.de, welt.de

VERLAGE


Suhrkamp: RBB zeigt heute um 22.45 Uhr „Suhrkamp – ein Verlag im Umbruch“ ein Porträt des Verlages, das Regisseur Thomas Grimm als Umzugsreport zwischen 2009 und 2010 gedreht hat.
tagesspiegel.de

BUCHHANDEL


Onlineverleih: Der Onlineverleih von akademischen Lehrbüchern macht den amerikanischen Buchhandel nervös. Nach eigener Berechnung von Chegg.com, einem Start-up im Silicon Valley, sind dem Handel bereits Verluste von rund 250 Millionen Dollar entstanden.
„FAZ“ (S. N5)

Barnes & Noble: Die US-Buchhandelskette hat nach eigenen Angaben im abgelaufenen Geschäftsquartal mehr Verlust gemacht als erwartet. Dafür verantwortlich seien der Rückgang des Ladengeschäftes und Entwicklungskosten für den E-Book-Reader Nook.
„FTD“ (S. 8), buchreport.de

BÜCHER & AUTOREN


Ralph Martin: Der in Ohio geborene und in Berlin lebende Schriftsteller („Ein Amerikaner in Berlin“, DuMont) wundert sich, dass die amerikanische Gegenwartsliteratur der Figur des Bankers kleine Denkmäler errichtet, statt sie wie nach dem Börsencrash der Eighties als moralisch heruntergekommene Menschen zu zeichnen.
„FAZ“ (S. 30)

Paul Valéry: Die „FAZ“ zeichnet die Entscheidung des Poeten nach, nach einer „Erleuchtung“ die Literatur aufzugeben und wie sich diese Entwicklung in seinem literarischen Schaffen vollzog.
„FAZ“ (S. N3)

René Zeyer: Der Autor („Bank, Banker, Bankrott: Storys aus der Welt der Abzocker“, Heyne Verlag), der die Methoden und das Verhalten von Geldinstituten geißelt, öffnet sein Büro und seine Gedankenwelt für die „SZ“.
„SZ“ (S. 18)

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