Wozu Online-Netzwerken, Herr Damke

Auch Hörbuchverlage engagieren sich im Web 2.0. Im Interview mit buchreport erläutert Christian Damke die Strategie der Verlagsgruppe Random House und beschreibt die Perspektive für Verlage in der Welt von Facebook & Co.

Warum lohnt es sich besonders für HörbuchVerlage, im Web 2.0 präsent zu sein?
Hörbuch-Verlage haben eine große Chance im Web 2.0, weil sie interessante, multimediale Inhalte rund um die Entstehung der Hörbücher bieten können, wie Aufnahmen der Sprecher, ein Videotagebuch, das die Produktion des Hörbuchs festhält, oder Interviews mit Sprechern und Autoren. Im Unterschied zum Buch kann ich die Fans mit diesen Inhalten schon einbinden und neugierig machen, bevor der Titel erscheint. Bei gleichzeitigem Erscheinen von Buch und Hörbuch ist es zudem wichtig, dass Buch- und Hörbuch-Verlag im Social-Media-Marketing ko­operieren, um Synergien zu schaffen.

Ist diese Art Marketing für Hörbücher wegen der Download-Option besonders naheliegend?
Die Kaufentscheidung wird zunehmend on­line getroffen, egal ob Buch oder Hörbuch. Und Leute, die digital konsumieren, sind natürlich auch in den Communitys präsenter. Vom Social-Media-Ansatz her ist es aber zunächst egal, wo gekauft wird. Wir möchten einfach die Hörer dazu bringen, sich mit unseren Titeln zu beschäftigen.

Was müssen Verlage tun, um nicht als reine Werbeträger wahrgenommen zu werden?
Man muss natürlich wissen, was die für Hörer relevanten Informationen sind. Der Argon-Verlag hat das sehr nett gemacht, indem er Hörer zur „Nörgelwoche“ auf Facebook eingeladen hat. Dort ging es auch um die Frage: Was erwartet ihr eigentlich von einem Verlag? Direkte Rückmeldung darüber, ob ein Beitrag positiv angenommen wird, bekomme ich z.B. bei Facebook über den sogenannten Like-Button.

Wo geht die Reise hin?
Wenn man sieht, dass momentan nur jeder Zehnte in Deutschland Mitglied bei Facebook ist, in anderen Ländern schon jeder Vierte, in den USA und England sogar schon jeder Zweite, dann ist klar, wo der Trend auch hier hingeht. Je mehr Zeit die Menschen in sozialen Netzwerken verbringen, um dort Informationen abzurufen, desto wichtiger ist es für Verlage, in diesen Nachrichtenstrom hineinzukommen. Es wird also nicht mehr reichen, darauf zu warten, dass die Nutzer die Informationen finden, sondern man muss diese aktiv zu den Hörern bringen.

Zur Person: Christian Damke

1975 in München geboren. Studium der Volkswirtschaft an der Brunel University (England). Mehrere Jahre Projektarbeit für Beratungsunternehmen sowie ein zweijähriges MBA-Studium an der IESE Business School in Barcelona. Seit 2005 war Damke im Rahmen des Bertelsmann Entrepreneurs Program für verschiedene Unternehmen von Bertelsmann tätig. Sein Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von neuen Geschäftsmodellen. Seit Oktober 2006 ist er Projektmanager in der Unternehmensentwicklung der Verlagsgruppe Random House.

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