Von hinten gekürzt

Der deutsche Taschenbuch-Markt leidet zwar auch unter der schwachen Buchkonjunktur, hält sich aber besser als das Gesamtsortiment. Da­rauf deuten die Zahlen des buchreport-Umsatztrends für den wichtigsten Vertriebsweg Sortimentsbuchhandel hin:

  • Umsatzentwicklung: Der Sortimentsumsatz mit Ta­schenbüchern liegt in den ersten fünf Monaten um 3,7% unter dem Vorjahr. 2009 hatten die Taschenbuch-Umsätze von Januar bis Mai noch um gut 2% zugelegt.
  • Marktanteilsentwicklung: Weil der Gesamtumsatz über alle Buchtypen noch deutlich rückläufiger ist (–5,5%), ist der Marktanteil der Taschenbücher sogar leicht gestiegen auf aktuell 26,3% (Vorjahr: 26,0%).
  • Gewinner: Vier Konzernverlage konnten in den ersten fünf Monaten ihren Marktanteil ausbauen: Die Random House-Verlage Goldmann und Heyne, bei Holtzbrinck das Fischer-Taschenbuch und der Ullstein Verlag (Bonnier). Hochrechnungen fürs Jahr sind aus den Zwischenergebnissen allerdings noch nicht abzuleiten, denn die ersten fünf Monate stehen gerade mal für ein Drittel des Jahresumsatzes.
  • Top 10: Insgesamt bieten mehr als 50 Verlage Taschenbücher an, allerdings mit starkem Gefälle. Es gilt im Markt die Faustregel, dass im Buch­handel die fünf größten Taschenbuch-Ver­lage die Hälfte und die Top 10 drei Viertel des Ge­schäfts bestreiten.

Titelzahl wird signifikant reduziert

Mit Spannung wird in vielen Verlagen das Ergebnis der Strategie verfolgt, das Programm strenger zu durchforsten: Die meisten der großen deutschen Taschenbuch-Verlage haben im 1. Halbjahr die Titelzahl spürbar reduziert. Sofern die richtigen, schwachen Vorlagen ausgesiebt wurden, sollte sich die Verschlankung in höheren Durchschnittsauflagen, geringeren Remissionen und letztlich einer höheren Rendite auszahlen. Im schlechteren Fall gehen Umsätze und Marktanteil zurück.

Verlage, die signifikant weniger Bücher produziert haben, sind u.a. Bastei Lübbe, Fischer, Knaur, dtv und Ullstein. Insgesamt ist die Titelproduktion gegenüber dem Vorjahr um 8% niedriger. Die großen Verlage haben sogar knapp 9% weniger neue Bücher auf die Rampe gestellt.

Höhere Preise auch im 1. Halbjahr 2010

Die im vergangenen Jahr begonnene Preisanhebung bei Taschenbuch-Neuerscheinungen hat sich auch 2010 fortgesetzt und nach wechselhafter Vorgeschichte einen Höchststand erreicht:

  • Ein erstes Hoch hatte es mit einem Durchschnittspreis von 9,18 Euro 2003 nach der Einführung des Euro gegeben.
  • In den Folgejahren ging der Durchschnittspreis bis auf 8,80 Euro zurück.
  • Nach dem Wiederanstieg auf 9,17 Euro 2009 kostete eine Neuerscheinung im 1. Halbjahr dieses Jahres 9,38 Euro.

Eine ausführliche Analyse des Marktes bringt das buchre­port.magazin Juli.

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