Zwei Tage sind doch zu kurz

Eines muss man Steven Rosato lassen: Er ist ein Mann schneller Entschlüsse. Die BookExpo America (BEA) war noch nicht vorüber, da ließ er über seinen Blog bereits verbreiten, dass die Leistungsschau des amerikanischen Buchhandels im kommenden Jahr zumindest teilweise wieder zu ihrem alten Format zurückkehren wird.

Zwar bleibt es bei der Verlagerung vom Wochenende in die Woche, doch die BEA wird künftig wieder drei Tage lang sein, plus vorgeschaltetem Konferenztag – 2011  vom 23. bis 26. Mai. Die Reduzierung auf zwei Messetage (plus Konferenztag) hatte Rosatos Vorgänger Lance Fensterman im vergangenen Jahr mit den US-Ausstellern vereinbart. Rosato: „An unserem Mantra Qualität statt Quantität hat sich zwar nichts geändert, aber die Realität hat gezeigt, dass viele Besucher ihr Pensum in zwei Tagen einfach nicht erledigen konnten.“

Schwierigkeiten, es allen recht zu machen

Massiver Widerstand gegen das kürzere Format hatte sich insbesondere unter US-Buchhändlern und Bibliothekaren sowie Ausstellern und Fachbesuchern aus dem Ausland formuliert. So hatten die Briten, die traditionell auf der BEA stark vertreten sind, damit gedroht, ihre Präsenz ab 2011 kräftig zu reduzieren, weil sich aus ihrer Sicht der Aufwand für nur zwei Tage nicht lohnt. Weil die Messeleitung derzeit daran arbeitet, das internationale Profil der Buchmesse zu schärfen, war die Entscheidung fast unausweichlich. Zu beneiden ist Rosato gleichwohl nicht, denn umgekehrt macht sich jetzt Verärgerung unter den amerikanischen Verlagen breit.

Viel war im Vorfeld über die größte Buchmesse auf amerikanischem Boden spekuliert und geschrieben worden. Das von Rosato unmittelbar vor Messebeginn im buchreport-Interview erhoffte „internationale Event der Spitzenklasse“ ist die New Yorker Veranstaltung zwar nicht geworden, doch auf der Habenseite kann die BEA 2010 allemal verbucht werden.

Viele Unternehmen, unter ihnen die Macmillan-Verlage und Simon & Schuster, hatten ihre Stände zwar kräftig verkleinert, doch tat das der guten Stimmung keinen Abbruch, denn mit einer Tradition hatten die großen US-Publikumsverlage nicht gebrochen: Ein Mammutaufgebot von Bestsellerautoren sorgte für mediale Aufmerksamkeit über die Messehalle hinaus.

Finale Besucherzahlen für die BEA 2010 lagen bis Redaktionsschluss noch nicht vor, doch waren beide Tage wohl überdurchschnittlich gut besucht. Vor allem am Mittwoch war im Jacob J. Javits Center kaum ein Durchkommen. Viele Veranstaltungen waren überbucht.

aus buchreport.express 22/2010

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