Postskriptum: Der Wahnsinn steht auf dem Blatt

Wirbel um das Buch „Der Wahnsinn liegt auf dem Platz“ (KiWi) von Jens Lehmann: Darin hatte der Ex-Nationaltorhüter geschrieben, sein ehemaliger Mannschaftskollege beim VfB Stuttgart, Mario Gomez, habe in einem Spiel gegen den FC Bayern absichtlich am Tor vorbeigeschossen. Nach Empörung bei den Bayern entschuldigte Lehmann sich öffentlich. „Das war ein Fehler von mir, denn in dem Buch war das ironisch gemeint“, erklärte er in der Talkshow „Doppelpass“. Immerhin dürfte Lehmann jetzt klar sein, dass es im richtigen Leben mindestens ebenso schwierig sein kann, den richtigen Ton zu treffen, wie auf dem Fußballplatz das Tor.   

Theater: Teuer

Die „WAZ“ bricht eine Lanze für die Griechen. „Europa stöhnt auf, seine Bürger fragen, warum sie den Griechen auch nur einen Cent hinterherwerfen sollen“, schreibt sie. Dabei „verdanken wir ihrer Vergangenheit einen Großteil unserer Gegenwart“. Immerhin seien sie etwa Erfinder des Theaters. Vorsicht, Kollegen, das könnte nach hinten losgehen: Wenn wir unsere notorisch subventionsbedürftigen Schauspielhäuser auf das Konto der Griechen buchen, könnte mancher europäische Mitbürger zu dem Schluss kommen, dass sie uns schon viel zu viel Kosten verursacht haben. 

Buchwerbung: Bedenkenswert

Das Random House-Imprint Page&Turner trommelt in der Herbstvorschau für den All-Age-Titel „Engel der Nacht“ von Becca Fitzpatrick mit dem Spruch: „Engel sind die neuen Vampire!“ Ach. Waren nicht gerade erst Vampire die neuen Zauberlehrlinge und Zauberlehrlinge die neuen Elfen und Elfen die neuen Hobbits? Und: Bedeutet das, dass Hobbits jetzt die alten Engel sind? Welch interessante Denkanstöße uns doch das Buchmarketing geben kann.

Austria: Ausgeleuchtet

Einen tiefen Blick in die österreichische Seele gewährt der Komiker Matthias Seling in seinem superlustigen Buch „I werd narrisch. Ein Österreicher schlawinert sich durch Deutschland“ (Ullstein): „Wir Österreicher haben’s schwer. Den ganzen Tag über hocken wir in Kaffeehäusern, schlabbern eine Melange nach der anderen und überwachen die Touristen. Wenn einer von ihnen es nämlich wagen sollte, seine Sachertorte mit Schlagsahne zu bestellen, müssen wir eingreifen: ,Schlagobers‘, granteln wir im Chor und werfen unterstreichend ein paar faulige Paradeiser auf die Sprachsünder.“ Dank Seling wissen wir jetzt sogar, was der Ösi  macht, wenn er gerade nicht Piefkes paradeisigt: „Um 18 Uhr ist Feierabend, dann gehen wir heim, Sissi-Filme schauen.“ (mehr…)

Leben: Lückenhaft

Wie gemein das Leben sein kann, zeigt schlaglichtartig eine Überschrift aus der „Bild“: „7 Jahre gepuzzelt – und das letzte Teil fehlt.“

aus buchreport.express 20/2010

Kommentare

1 Kommentar zu "Postskriptum: Der Wahnsinn steht auf dem Blatt"

  1. Bernd Binder | 21. Mai 2010 um 21:22 | Antworten

    Jens Lehmann/Mario Gomez: Also bei dem Spiel hatte ich auch den Eindruck daß Mario nicht gewinnen wollte. Sorry – ist aber so . . .

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