Dem Branchenprimus geht die Luft aus

Nach einem eher mauen Weihnachtsgeschäft konnte der größte stationäre Buchhändler in Deutschland auch im Frühjahr keine großen Sprünge machen. Auf vergleichbarer Fläche und aus eigener Kraft kommt Thalia (hier der Eintrag im buchreport-Ranking der 50 größten Buchhandlungen) nicht über den Umsatz im Vorjahr hinaus.

Zwar glänzt der nicht-flächenbereinigte Umsatz der Bücher-Sparte im Douglas-Konzern im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 (1. Oktober 2009 bis 31. März 2010) mit einem Plus von 9,3% auf 498 Mio Euro; und hierzulande liegt der Zuwachs immerhin bei plus 8,9% auf 380 Mio Euro. Doch bei genauerem Hinschauen bröckelt der Zuwachs:

  • Auf vergleichbarer Fläche liegt das Plus nur noch bei 2% (auf die deutschen Töchter bezogen nur auf 1,8%).
  • Zieht man außerdem die erst seit Dezember 2009 komplett miteingerechneten Ergebnisse von buch.de ab, liegt der Umsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur noch auf Vorjahresniveau – und in Deutschland sogar leicht darunter (-0,7%).

Immerhin liegen die Hagener mit ihrem Ergebnis über dem Schnitt der gesamten Branche. Nach vier Monaten liegen die Umsätze des Sortimentsbuchhandels nach den buchreport-Zahlen um 5% unter dem Vorjahr.

Die gesamte Douglas-Gruppe konnte im ersten Halbjahr den Nettoumsatz um 3,2% auf 1,8 Milliarden Euro steigern. Auch hier wirkten einige Sondereffekte:

  • Ostern fiel diesmal ins 2. Quartal des Geschäftsjahres (Vorjahr: 3. Quartal).
  • Ohne die erst seit Dezember 2009 komplett miteingerechneten Ergebnisse von buch.de und auf vergleichbarer Fläche blieb der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
  • Dass Douglas insgesamt bei den Kosten auf die Bremse tritt, zeigt das rückläufige Investitionsvolumen im ersten Halbjahr: 45,5 Mio nach 67,4 Mio Euro im Vorjahreszeitraum.

Dennoch ist man in Hagen offenbar mit dem Ergebnis zufrieden: „Thalia konnte sich in einem schwierigen Marktumfeld gut behaupten, auch weil sich das Unternehmen mit seiner Multichannel-Strategie frühzeitig auf die zunehmende Verschiebung des Geschäftes in Richtung Online-Handel eingestellt hat“, heißt es in der Pressemitteilung.

Darin wird übrigens die neue Filiale in Dortmund (Foto), in Spuckweite zur Mayerschen, als „gelungenes Beispiel für die stationäre Umsetzung der Multichannel-Strategie“ erwähnt.

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