Postskriptum: All the President’s Books

Aus der jetzt veröffentlichten Steuererklärung von Barack Obama (Foto) geht hervor, dass er im vergangenen Jahr mit seinen Bestsellern rund 5,2 Mio Dollar verdient hat, während sein Präsidentengehalt mit vergleichsweise lumpigen 374460 Dollar zu Buche schlug. „Finanziell gesehen ist Barack Obama nur im Nebenjob US-Präsident“, schrieb deshalb die „Welt“. Allerdings muss man davon ausgehen, dass Obama den Löwenanteil seiner Bestsellererfolge gerade der Tatsache verdankt, dass er US-Präsident geworden ist. So gesehen dürften sein Wahlkampf und die anschließende Tätigkeit als Staatsoberhaupt einer Supermacht die aufwendigste Buchmarketing-Kampagne aller Zeiten sein.     

Eyjafjallajökull: Ernst

Absolutes Top-Thema ist gegenwärtig natürlich die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, die den Flugverkehr über Europa zum Erliegen gebracht hat. Trotz der unwägbaren Gefahren sind die Flugverbote von den Behörden mittlerweile wieder aufgehoben worden und die Fluggesellschaften schicken ihre Flieger in die Luft. Verfrüht, wie ich finde. Meiner bescheidenen Meinung nach stellt der Eyjafjallajökull nach wie vor eine ernste Gefahr für die Luftsicherheit dar, denn allein in diesem Namen kann sich ja schon ein Flugzeug verirren.

Autoren: Angesagt

In dem schönen Buch „Sind Sie öfter hier? Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen“ (List) macht Tilman Spengler sich Gedanken darüber, wie Autoren bei Lesungen eingeführt werden sollten: Es gebe „alternative Modelle, das angelsächsische und das deutsche“, schreibt Spengler. „Wenn Sie etwa an einer amerikanischen Universität vorgestellt werden, erweckt der Sie einführende Redner gern den Eindruck, seine Fakultät habe seit mindestens einem Jahrzehnt sehnsüchtig auf diesen Augenblick gewartet. An einer deutschen Universität hingegen sollten Sie froh sein, nicht schon zu Anfang auf die hohen Reisekosten hingewiesen zu werden, die für Ihren Besuch angefallen sind. Beide Formen der Einführung motivieren den Vortragenden unterschiedlich.“ Möglicherweise haben wir hier auch die Erklärung dafür, warum Barack Obama (siehe oben) viel erfolgreichere Bücher schreibt als Angela Merkel.

Erscheinung: Empfehlend

Auf der jetzt erschienenen Taschenbuch-Ausgabe des Romans „Shantaram“ von Gregory David Roberts schreibt der Goldmann Verlag als Klappentext: „,Dieses Buch müssen Sie lesen!‘ Madonna.“ Donnerwetter! Offenbar hat es bei Goldmann eine Erscheinung der Muttergottes (Foto) gegeben. Merkwürdig ist zwar, dass der Verlag aus diesem Ereignis nicht mehr gemacht hat als einen bescheidenen Klappentext. Aber klar: Wer möchte schon einen Wallfahrtsort in der Marketingabteilung haben.

aus buchreport.express 16/2010

Außerdem in Emil Echos Echoblog:

Griechisch-Vokabel der Woche: καί (kai)

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