Bernd Sommerfeld: Lokales Erlebnisumfeld mit Teilnahmemotivation

Bernd Sommerfeld: Lokales Erlebnisumfeld mit Teilnahmemotivation

Location Based Services wie von Foursquare sind auch für die Buchbranche interessant. Ich erwarte Zulauf, Inspiration, Motivation, Spaß und auch eine Chance für unsere lokalen Buchgeschäfte.

Location Based Services sind Standort-bezogene Dienste die den mobilen Nutzer mit Informationen versorgen, die im Kontext mit seinem Standort verfügbar sind und in letzter Zeit sehr stark zulegen konnten. Bekannt sind Apps wie City-Guide, Hotel- und Restaurantführer, Shopping-Tipps sowie Wetter- und Verkehrsinformationen. Die Nutzer können unterwegs Anfragen über ihr Handy zu Namen, Nummern, Adressen oder dem eigenen Standort stellen. Zusätzlich können Informationen, wie Öffnungszeiten, Speisekarten, Lagepläne oder Funktionen wie Routenplaner abgerufen werden. Motto: Wo ist die beliebteste Pizzeria in der Nähe meines Standorts? Auf dem Handy wird nicht nur angezeigt, wer gerade online ist, sondern, wo er sich genau befindet. Dieser Dienst ist eng mit dem Social Network Gedanken verbunden. Und viele erwarten, dass auch andere Plattformen sehr bald, den Nutzer im Blick, immer mehr „location-based“ werden.

Neu ist der Location-Based Service Foursquare. Foursquare ist als eine der ersten Anwendungen ausschließlich für das mobile Internet entwickelt worden. Ähnlich wie Twitter 2006 wird er von den selben Geldgebern finanziert: Union Square. Foursquare bietet einen interessanten Ansatz für Unternehmen – man kann spielerisch mit Kunden in Kontakt zu kommen. Foursquare findet vor allem mobil statt. Es gibt Applikationen für das iPhone, Android-Geräte und Blackberrys.

Der Dienst von Foursquare ist seit fast einem Jahr auch in Deutschland verfügbar. Man kann mit diesen Applikationen unterwegs an Orten „Einchecken“ und damit seinen Freunden mitteilen, wo man sich gerade aufhält und was man dort gerade macht. Man kann Tipps hinterlassen; ein besonderes Gericht im Lokal, entdeckte Schnäppchen, ein interessantes Event, freies WLAN – oder was man auch immer Spannendes entdeckt.

Technisch sind solche lokalen Dienste erst möglich geworden, seitdem immer mehr Mobiltelefone mit dem Satellitennavigationssystem GPS ausgerüstet sind. Sie können den Aufenthaltsort des Handynutzers orten. Wer also ein Restaurant betritt, bekommt auf seinem Handy gleich den richtigen Namen angezeigt. Und falls die Location bislang noch nicht bei Foursquare eingetragen ist, kann man sie selbst anlegen. Sollten sich dann Freunde in der Nähe aufhalten, informiert uns der Dienst umgehend darüber und ermöglicht so spontane Dates.

Der wirklich Clou von Foursquare liegt aber in seinem stark bindenden Anreiz- und Belohnungssystem. Für die Besuche einer Gelegenheit werden in verschiedenem Umfang Punkte vergeben, die dann von Montag bis Sonntag aufaddiert werden und eine Rangliste mit Freunden am Ort wird erstellt. Das weckt den Ehrgeiz und die Aufmerksamkeit. Foursquare ist mehr ein Spiel als ein reines Tool. Man kann auf Foursquare Punkte sammeln, indem man aktiv wird. Man bekommt Punkte für das Einchecken an Orten, für das Hochladen von Fotos, für das Erstellen von Empfehlungen etc.. – mit diesen Punkten wiederum werden Belohnungen wie z.B. besondere sogenannte „Badges“ freigeschaltet.

Dennis Crowley, der Mitgründer von Foursquare, zu seinen Zielen in der FAZ:  „Wir wollen Städte leichter nutzbar machen…Die Menschen werden ortsbezogene Inhalte zwischen verschiedenen Internetseiten teilen.“ Und er sieht innovative Möglichkeiten. „Zum Beispiel lokalen Unternehmen Instrumente anzubieten, damit sie sehen können, welche Kunden in der Nähe sind und wer ihre besten Kunden überhaupt sind. Und natürlich Wege zu zeigen, um mit diesen Kunden zu interagieren. Wir führen bereits Gespräche mit lokalen Händlern über Coupons oder Werbeaktionen für Menschen, die ihr Gebiet besonders häufig aufsuchen.“

Ich nutze Foursquare seit einem Jahr und würde diesen Dienst gerne im Sinne des Buchhandels erweitern. Wer z.B. dreimal ein Starbucks besucht, bekommt den Kaffee-Becher-Button als Anerkennung –  und der Leser, der eine Bibliothek oder Buchhandel besucht, geht bisher leider leer aus. OK, er findet natürlich vor Ort wunderbare Literatur, aber der Besuch einer Buchhandlung sollte auch belohnt werden – z.B. mit dem Leser-Button. Ich erwarte Zulauf, Inspiration, Motivation, Spaß und auch eine Chance für unsere lokalen Buchgeschäfte. Hiermit rufe ich alle Buchhandelsfreunde auf,  sich hierfür einzusetzen! Es ist für eine gute Sache – unsere!

Viel Erfolg bei der Verbesserung unseres lokalen Erlebnisumfeld 🙂

Bernd Sommerfeld http://foursquare.com/user/bso2000

Kommentare

2 Kommentare zu "Bernd Sommerfeld: Lokales Erlebnisumfeld mit Teilnahmemotivation"

  1. Als Betreiber eines eigenen Location Based Services in Deutschland unter http://www.pointoo.de ist uns Foursquare natürlich auch schon aufgefallen. Unglaublich welcher Hype in den USA hier gerade betrieben wird. Das erinnert mich stark an die Anfänge von twitter. Vielen Dank an Herrn Sommerfeld für den treffenden Blogbeitrag.

    Ich frage mich allerdings auch bei Foursquare noch, welches Geschäftsmodell die hohen Bewertungen rechtfertigen soll und mache dahinter mal ein dickes Fragezeichen?!

  2. Auch Oma Kaiser ist clever – sie nutzt für den Einkauf in ihrer Nachbarschaft jetzt kaufDA auf ihrem iPhone. Der neue kaufDA Navigator – alle Prospekte immer dabei. http://www.kaufda.de/Berlin

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