Postskriptum: Die Titten der Debatte

In der „Frankfurter Rundschau“ schreibt Peter Michalzik einen „Nachtrag“ zur Debatte um Helene Hegemann (Foto): „Im Prinzip kann man diese Debatte auf eine einfache Frage zurückführen. Wem gehört das Wort ,Vaselinetitten‘? Es wurde verwendet von Helene Hegemann und eben zuvor von Airen in seinem Roman ,Strobo‘. Die Antwort auf diese Frage ist ebenso einfach und braucht keine Debatte: Einmal in der Welt, gehören die Vaselinetitten jedem. Wir wüssten aber schon gern, wer sie auf die Welt gebracht hat.“ Hier ein Nach-Nachtrag: Mir egal. Wer immer dieses Wort erfunden hat, kann es meinetwegen auch behalten.    

Verfilmung: Verlegt

Die „Bild am Sonntag“ berichtet auf der letzten Seite ihrer aktuellen Ausgabe, dass in einer Kneipe unweit des Drehortes der Verfilmung von „Harry Potter VII“ (kommt im November in die Kinos) ein Exemplar des Drehbuchs gefunden wurde. Diese Episode zeigt eindrücklich, dass das Buch immer noch das interessantere Medium als etwa der Film ist: Wenn vor dem Erscheinen des letzten HP-Romans ein Manuskript aufgetaucht wäre, hätte es statt einer Meldung auf der letzten Seite eine Sondernummer gegeben. 

Schauspieler: Schmackhaft

Vor zwei Wochen amüsierte ich mich an dieser Stelle über die Aussage des Jungschauspielers Robert Pattinson, Hauptdarsteller in den Verfilmungen der Romane von Stephenie Meyer, sein Karma habe ihn „schon viele Male in den Hintern gebissen“. Eine interessante Hintergrundinformation dazu liefert jetzt eine Umfrage des DVD-Verleihs Lovefilm, bei der Pattinson zum „leckersten Schauspieler Hollywoods“ gekürt wurde. Da ist es natürlich kein Wunder, dass auch sein Karma nicht widerstehen konnte.

Experten: Ertappt

Bei dtv ist die TB-Ausgabe des großartigen Buches „Der Schwarze Schwan“ von Nassim Nicholas Taleb erschienen. Aus diesem Anlass hier meine Lieblingsstelle über die Glaubwürdigkeit von Experten zum Ausschneiden, Aufhängen und Auswendiglernen: „Wenn man sich ihre Ergebnisse ansieht, kann man nur den Schluss ziehen, dass sie auch nicht mehr über ihr Fachgebiet wissen als die Gesamtbevölkerung, sondern nur viel bessere Erzähler sind – oder, was noch schlimmer ist, uns meisterlich mit komplizierten mathematischen Modellen einnebeln. Außerdem tragen sie mit größerer Wahrscheinlichkeit Krawatten.“ 

Lenz: Luftig

Zum Schluss als Kontrastprogramm zur ausbrechenden Frühlingseuphorie noch ein paar Zeilen von Heinz Erhardt: „Ein leises Lied erklingt im Tal: / der müde Wandrer singt es. / Ein süßer Duft ist überall, / bloß hier im Zimmer stinkt es!“

aus buchreport.express 14/2010

Außerdem in Emil Echos Echoblog:

Griechisch-Vokabel der Woche: ἀποθήκη (apothäkä) 

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