Wachstums- und Bremsfantasien

Bewegung und Spekulation im E-Book-Markt: Der Aktienkurs von Amazon ist unter Druck geraten. Mögliche Ursachen:

  • Der Wirbel um Apples-Tablet iPad, das jetzt in den USA ausgeliefert wird und dem als trendigem Multifunktionsgerät auch gute E-Book-Eigenschaften nachgesagt werden. Damit könnte Amazons E-Reader Kindle ins Hintertreffen geraten, über dessen Verkäufe Amazon u.a. im letzten Weihnachtsgeschäft laut gejubelt hatte.
  • Als belastend gelten auch die Zugeständnissse, die Amazon zuletzt großen US-Verlagen gemacht hat: Sie bedeuten ein Abschied vom Retail-Modell (Verleger verkaufen die E-Book-Titel an den Händler, der beim Weiterverkauf an den Endkunden einen eigenen Preis festlegt) zum Agentur-Modell (Verlage legen den Verkaufspreis fest, der Händler erhält eine Verkaufsprovision). Damit wird die Amazon-Preispolitik aufgeweicht, den E-Book-Markt durch im Vergleich zum gedruckten Buch günstige 9,99 Dollar pro E-Book anzufeuern

Die Nachricht lautet zugespitzt: E-Books werden teurer. Das dürfte die Dynamik des E-Book-Marktes bremsen, die bisher im US-Markt vor allem Amazon zugute gekommen ist.
Das Pricing von E-Books gehört zu den umstrittensten Themen in der Branche. Vor allem deutsche Verlage plädieren für Preise eng angelehnt an die Preisstellung der gedruckten Ausgabe.
Die andere Einstiegshürde sind die Anschaffungspreise für Geräte. Für E-Reader wie den vor einem Jahr eingeführten Sony Reader werden rund 200 Euro fällig. Aktuell hat jetzt der Versender Weltbild einen neuen Vorstoß gemacht und bietet ein „Einsteigermodell“ für 150 Euro an.

Neben einem Preisrückgang bei den Readern öffnen Multifunktionsgeräte à la iPad neuen Perspektive. Bei ihnen wird auch ein höherer Anschaffungspreis nicht gegen nur eine Funktion gegengerechnet wie bei den aufs bloße Lesen beschränkten E-Readern.

Kommentare

1 Kommentar zu "Wachstums- und Bremsfantasien"

  1. Airto Moreira | 5. April 2010 um 5:29 | Antworten

    Meiner Meinung nach steht die Buchbranche vor einem gewaltigem Umbruch. Leider haben einige Hardliner in der Branche immer noch nicht den Unterschied zwischen einem „analogen“ Buch und der digitalen Version verstanden. Warum sollte die digitale Version eines Buches genau so viel kosten wie die gedruckte Version? Schliesslich haben auch Verlage enorme Kostenersparnisse wie Druck-, Lager- und Vertriebskosten. Allein wenn diese Ersparnisse an den Kunden weitergegeben werden haben die eBooks eine Daseinsberechtigung.

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