Verschiedene Verlegerträume

In der „Neuen Zürcher Zeitung“ malt die Schriftstellerin Cora Stephan die Folgen der Digitalisierung für die Buchbranche aus. Das E-Book lasse manchen Verleger insgeheim davon träumen, „endlich die Macht der grossen Sortimenter brechen zu können“, schreibt Stephan unter anderem, „die ihm nur noch das abnehmen, was sich massenhaft verkauft. Und die ihm ein ,Warenkostenzuschuss’ genanntes Bestechungsgeld abverlangen, wenn er möchte, dass seine Neuerscheinungen einen guten Platz auf den Verkaufstischen bekommen. Solche Träume könnten wahr werden. Die Macht der grossen Ketten bröckelt. Denn wozu braucht man sie noch? Gewiss nicht ihrer alten Kernkompetenz der Beratung wegen. Angesichts der Fülle von Neuerscheinungen und des Triumphzugs des Online-Handels ist Beratung höchstens noch ein Pluspunkt der kleineren Buchläden. Die deutsche Grossbuchhandlung Hugendubel spart folgerichtig qualifiziertes Personal ein und will überdies ein Drittel seines Sortiments mit ,Non-Books’ bestücken. Konsequenter ist die Buchhandelskette Thalia, wo man selbst ins E-Book-Geschäft einsteigen will, denn dafür braucht man keinen Buchhändler mehr.“
nzz.ch

Prämie für Unabhängigkeit

In der „FAZ“ antwortet der Verleger Stefan Weidle auf die Forderung des Schriftstellers Ulf Erdmann Ziegler, die Verlage sollten sich zu einer eigenen Buchhandelskette zusammenschließen um die Macht der Filialisten zu brechen.

„Mit seiner Analyse der Verhältnisse im deutschen Buchhandel hat Ulf Erdmann Ziegler völlig recht: Die Konzentration führt zur Ausdünnung, und wir unabhängigen Verlage spüren das. Wir kommen bei Thalia, Hugendubel et cetera in der Regel nicht vor“, schreibt Weidle. Der Vorschlag einer eigenen Verleger-Buchhand´lung sei aber nicht realistisch: „Nein, der einzige Weg ist, den unabhängigen Buchhandel zu stärken. Nur diese Buchhandlungen sind noch frei zu bestellen, was sie interessiert, und nicht, was man ihnen aus der Zentrale vorgibt. (…) Deshalb schlage ich eine Förderung der unabhängigen Buchhandlungen vor, gleichfalls mittels eines Prämiensystems. So kann die Buchkultur erhalten werden.“ Vorbild könne die Förderung unabhängiger Buchhändler in Frankreich sein.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 33)

BÜCHER & AUTOREN

Max Frisch: Gegen die Veröffentlichung von Notizen des Literaten, die eigentlich nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren („Tagebuch 3“, Suhrkamp), regt sich Kritik.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 37)

Helene Hegemann: Einen „Nachtrag“ zur Debatte liefert Peter Michalzik.
fr-online.de

Inge Jens: Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin erhält den Max-Herrmann-Preis 2010 der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 14)

Stephenie Meyer: Weitere Pressereflexe zu der Nachricht, dass ein neuer Roman der „Twilight“-Reihe ansteht.
diepresse.com, fr-online.de

Philip Roth und John Grisham: Der italienische Journalist hat den beiden Schriftstellern in erfundenen Interviews kritische Aussagen über US-Präsident Barack Obama in den Mund gelegt. Beide distanzieren sich davon, Grisham prüft eine Klage.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 11)

Yoani Sanchez: Die kubanische Bloggerin ärgert sich über die deutsche DHL, weil die ihr nicht ein Exemplar ihres Buches nach Kuba zustellte.
fr-online.de

MEDIEN & MÄRKTE

iPad: Zeitschriftenverlage legen offen, was ihre Inhalte auf Apples neuem Lieblingsspielzeug kosten sollen.
ftd.de

Einzelhandel hat 2009 eines der schwersten Jahre seit der Wiedervereinigung erlebt.
ftd.de

SZENE

Asterix-Hefte hat Frankreichs Staatspräsident Nicholas Sarkozy bei seinem USA_Besuch den Töchtern von US-Präsident Barack Obama mitgebracht. In der „taz“ nörgelt Kirsten Reinhardt: „Asterix! Das muss mal sich einmal vorstellen. Fantasie- und gedankenloser geht es wohl kaum noch.“
taz.de

Aprilscherze gibt es vergleichsweise wenige heute in der Presse. Ähem, zumindest wenige erkennbare. Immerhin bei turi2 gefunden: Google kauft Hubert Burda Media – und vielleicht auch gleich den ganzen Rest der deutschen Medienbranche.
turi2.de

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