Ästhetik ist nicht programmierbar

Könnte Google vielleicht die Arbeit von Übersetzern übernehmen? Ein Interview mit Hinrich Schmidt-Henkel, Chef des Übersetzerverbands VdÜ.

Wie lange wird es Ihren Berufsstand angesichts der Macht der Maschinen noch geben?
Ewig. Das gilt besonders für literarisches Übersetzen, das sich dem maschinellen Zugang entzieht. Ästhetische Kategorien sind nicht programmierbar. Aber selbst bei Zeitungsartikeln oder politischen Reden gibt es rhetorische Ebenen, die ebenfalls nicht programmierbar sind. Bei rein technischen Übersetzungen, wenn es um Lesehilfen geht, können solche maschinellen Übersetzungen dagegen ihren Zweck bisweilen erfüllen. Diese machen den Text auf inhaltlicher Ebene zu einem erstaunlich hohen Prozentsatz erkennbar.

Wo hat der Mensch noch Vorteile?
Bei allen Aspekten, die das Erfassen von Komplexität betreffen, sei es Vieldeutigkeit auf Wortebene oder den poetisch-klanglichen Werte. Auch bei komplexeren syntaktischen Bezügen und ihrer Wiedergabe bleibt die Humantranslation überlegen.

Wie müssen sich Übersetzer auf diese wachsende Konkurrenz einstellen?
Literarischen Übersetzern droht kein Ungemach. Wo sich aber Übersetzerkunden mit einer pauschalen Inhaltsangabe zufrieden geben, da drohen Aufträge verloren zu gehen. Bei Gebrauchsanweisungen werden schon heute Maschinen eingesetzt, so hat man den Eindruck.

Die Fragen stellte Daniel Lenz

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