Mensch gegen Maschine

Google hat unter der Leitung des deutschen Wissenschaftlers Franz Och (Foto: Google) zuletzt viel Geld und Manpower in die Verbesserung der eigenen maschinellen Übersetzung investiert, berichtet die „New York Times“.

Dabei wurden die Übersetzungscomputer zu Trainingszwecken u.a. mit Texten der Vereinten Nationen und des Europäischen Parlaments gefüttert, die von (menschlichen) Übersetzern in sechs bzw. 23 Sprachen übertragen wurden. Das Suchmaschinenunternehmen habe mit Hilfe von Hunderten Milliarden englischer Wörter das Modell der englischen Sprache „nachgebaut“.

Die „New York Times“ hat außerdem anhand von verschiedenen Textbeispielen (u.a. Literatur, Politikerrede, Zeitungsartikel) das Ergebnis der Google-Übersetzung mit menschlichen Übersetzungen, den Übersetzungen der Google-Wettbewerber Yahoo/Babel Fish und Microsoft Bing verglichen (hier). Ergebnis: Zwar reicht der Google-Transfer nicht an die Arbeit des Übersetzers heran – viel fehlt aber teilweise nicht mehr. Und besser als die Konkurrenz ist Google allemal:

Beispiel Franz Kafka: Die Verwandlung

Original:

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.

Menschliche Übersetzung:

One morning, as Gregor Samsa was waking up from anxious dreams, he discovered that in bed he had been changed into a monstrous verminous bug. (Kessinger Publishing, 2004)

Google Translate:

As Gregor Samsa awoke one morning from uneasy dreams he found is transformed in his bed into a monstrous vermin.

Yahoo Babel Fish:

As Gregor Samsa of one morning from jerky dreams awaked, he was changed in its bed to tremendous vermin.

Microsoft Bing:

As Gregor Samsa of one morning from troubled dreams awakened, he was transformed in his bed to a tremendous vermin.

Beispiel Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz

Original:

Le premier soir je me suis donc endormi sur le sable à mille milles de toute terre habitée. J’étais bien plus isolé qu’un naufragé sur un radeau au milieu de l’océan. Alors vous imaginez ma surprise, au lever du jour, quand une drôle de petite voix m’a réveillé. Elle disait: -S’il vous plaît… dessine-moi un mouton!

Menschliche Übersetzung:

On the first night, I fell asleep on the sand, a thousand miles from any human habitation. I was far more isolated than a shipwrecked sailor on a raft in the middle of the ocean. So you can imagine my surprise at sunrise when an odd little voice woke me up. It said: „Please … draw me a sheep.“ (Wordsworth Children’s Classics, 1995)

Google:

The first night I went to sleep on the sand a thousand miles from any human habitation. I was more isolated than a shipwrecked sailor on a raft in the middle of the ocean. So imagine my surprise at daybreak, when a funny little voice woke me. She said: „If it pleases you … draw me a sheep!“

Hier weitere Beispiele

„Könnte Google vielleicht die Arbeit von Übersetzern übernehmen“, fragt der Branchendienst PublishingPerspectives. buchreport.de hat dazu Hinrich Schmidt-Henkel, Chef des Übersetzerverbands VdÜ, befragt (Interview folgt).

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