Zeit für Helene

Die „Zeit“ macht zum „Fall Helene Hegemann“ das ganz große Fass auf: Auf der Titelseite erklärt sie ihn zum Musterbeispiel für die „Gretchenfrage: Was ist Literatur, was geistiger Diebstahl? Die junge Autorin hat abgeschrieben und machte damit nichts anderes als Büchner, Brecht und Thomas Mann.“

Im Feuilletonteil selbst entdeckt Iris Radisch großflächig den feministischen Aspekt des Falles und fragt, „warum das männliche Kulturestablishment auf Helene Hegemann einschlägt“. Peter Kümmel und Jürgen Graf gehen nicht weniger großflächig den Fragen nach, was Helene Hegemann mit dem Theater zu tun hat, und wie sich Literatur an den Grenzen des Copyrights bewegt.

Der Wahnsinn gehe in die nächste, vermutlich letzte Runde, schreibt der „Tagesspiegel“ zur Causa Hegemann. Grund: Der Ullstein Verlag veröffentlicht eine Liste der Passagen, in denen Helene Hegemann etwas zu sorglos mit den Urheberrechten umgegangen ist. Knapp sechs Buchseiten betrage diese Liste, die den nächsten „Axolotl-Roadkill“-Auflagen am Schluss angefügt werden soll. Zudem liefert der Verlag eine Übersicht über zahlreiche Inspirationsquellen seiner Autorin.

„Zeit“ (S. 1, 45-47), zeit.de, tagesspiegel.de, weitere Meldungen: diepresse.com, welt.de, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 35)

Flagge zeigen in New York

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, geht das Ringen um den umstrittenen Buchvergleich des Internetkonzerns Google in die heiße Phase. Für den heutigen Donnerstag ist eine Anhörung vor dem New Yorker Bezirksrichter Denny Chin angesetzt, in der fünf Befürworter und 21 Gegner des Abkommens zu Wort kommen sollen. Zur Opposition gehören Google-Wettbewerber wie Amazon und Microsoft. Aus Deutschland werde neben dem Bundesjustizministerium auch die Rechteverwertungsgesellschaft VG Wort Flagge zeigen. Robert Staats, Geschäftsführender Vorstand der VG Wort, habe am Mittwoch gesagt, der Google-Vergleich werfe auch in seiner modifizierten Version „erhebliche Probleme“ auf. Google selbst ließ vor der Anhörung keine Kompromissbereitschaft erkennen und appellierte vor wenigen Tagen in einer Eingabe an Richter Chin, den Vergleich abzusegnen.

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 14)

BUCHHANDEL

Preisbindung: Der Brunsbütteler Buchhändler Dietrich Wienecke hat wegen Verstößen gegen die Buchpreisbindung gegen Amazon geklagt in erster Instanz gewonnen; künftig drohen Amazon bei Verstößen Ordnungsgelder. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Online-Händler will bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 35), buchreport.de

BÜCHER & AUTOREN

Giacomo Casanova: Der französische Staat kauft für die Bibliothèque nationale die autobiographischen Aufzeichnungen „Histoire de ma vie“ des Frauenhelden, die seit 1945 in einem Tresor der Deutschen Bank in Wiesbaden lagen.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 33)

Jörg Friedrich: Der Berliner Autor erhält den mit zehntausend Euro dotierten Historiker-Preis der Erich und Erna Kronauer-Stiftung. Mit seinem Buch „Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–45“ hatte der Schriftsteller im Jahr 2002 eine heftige Debatte ausgelöst.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 33)

Curt Hohoff: Der Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Journalist ist am vergangenen Sonntag im Alter von 96 Jahren verstorben.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 14)

Hape Kerkeling: ZDF verfilmt Hörbuch „Amore und so’n Quatsch“.
meedia.de

Martin Suter: Das Boulevardblatt „Blick“ darf kein Foto vom Grab seines verstorbenen Sohnes abdrucken. Suter hatte beim Schweizer Presserat eine Beschwerde eingereicht.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 39)

Stefan Weigl: Ein Porträt des Hörspiel-Autors (u. a. „Stripped – Ein Leben in Kontoauszügen“, 2004).
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 15)

ONLINE

Google: Vorstand Eric Schmidt sorgte auf der Mobilfunkmesse in Barcelona für einen Paukenschlag: Er verkündete das Ende der Personalcomputer-Ära und läutete das Zeitalter des mobilen Computers ein.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 14)

MEDIEN & MÄRKTE

Reader’s Digest: Die Zeitschrift hat in Großbritannien Insolvenz angemeldet. Die US-Muttergesellschaft Reader’s Digest Association teilte am Mittwoch mit, die britische Ausgabe nicht länger zu unterstützen. Die US-Mutter hatte im vergangenen August selbst Insolvenz beantragt.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 15)

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