Postskriptum: Hauptsache, es wirkt

Zwei Äußerungen von Kulturschaffenden aus New York zeigen interessante Aspekte der  aktuellen Diskussion über elektronische Bücher auf. In der Internetausgabe der Zeitschrift „Evergreen Review“ polemisiert der Schriftsteller Alan Kaufman: „Hätte man mir früher gesagt, eines Tages würde meine Literatur in einem 7-Zoll-Plastik-Gadget enden, mitten unter Tausenden anderen Texten, hätte ich die Schriftstellerei gleich an den Nagel gehängt und wäre Auftragskiller oder Rabbi geworden.“ Interessant ist aber auch, was der Filmemacher Woody Allen (Foto) jetzt in einem Interview erzählte: „Mein erstes Buch las ich mit 18, und zwar nur, um die Mädchen zu beeindrucken.“ Wer weiß: Möglicherweise werden auch scharfe Kritiker wie Kaufman gnädiger über elektronische Bücher urteilen, wenn sich in der Praxis zeigt, dass sie in dieser Hinsicht die gleiche Wirkung haben wie gedruckte.  

Witze: Warm

Es kommt nicht so oft vor, dass die in der „Bild“-Zeitung abgedruckten Witze einigermaßen brauchbar sind. Jetzt waren dort immerhin folgende zu lesen: Sauna-Witz I: Was ist die passendste Sprache in der Sauna? Natürlich ,Schwitzerdütsch‘. Sauna-Witz II: Warum heißt die Sauna Sauna? Weil man ,saunah‘ beisammen sitzt.“ Hm, ja. Wenigstens kann über diese Witze niemand sagen, sie seien „ein Kalter“.

Beatles: Bemüht

Eine wahre Welle der Euphorie ist in England ausgebrochen. Der Grund sind die vermeintlich leichten Gegner Algerien, Slowenien und USA, die der englischen Nationalmannschaft für die Vorrunde der Fußball-WM in Südafrika zugelost worden sind. Fußballfans und Sportreporter spekulieren bereits über das Erreichen von Halbfinale, Finale und sogar den WM-Titel. Die Zeitung „The Sun“ titelte originell: „Das ist die beste englische Gruppe seit den Beatles.“ Anderen Beobachtern fällt angesichts der englischen Euphorie allerdings ein anderes Stück Popmusikgeschichte ein, und zwar ein alter Hit der schottischen Rockgruppe Nazareth: „Dream on!“

Titel: Trügerisch

Übrigens, denselben Kommentar wie den euphorisierten englischen Fußballfans ruft die (Mehrheit der) buchreport-Redaktion aus Dortmund vergnügt dem Buchautor Olaf Sundermeyer zu, der gerade zum Kulturhauptstadtjahr 2010 bei C.H. Beck ein Buch mit dem Titel veröffentlicht hat: „Der Pott. Warum das Ruhrgebiet den Bundeskanzler bestimmt und Schalke ganz sicher Deutscher Meister wird.“

aus buchreport.express 50/2009

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