Postskriptum: Tiefgreifende Titel

Interessante Entdeckung beim Blick auf die italienische Bestsellerliste: Während die Thriller von Stieg Larsson in Deutschland bekanntlich „Verdammnis“, „Verblendung“ und „Vergebung“ heißen, verkauft der Verlag Marsilio sie in Italien als „La ragazza che giocava con il fuoco“ („Die Frau, die mit dem Feuer spielte“), „Uomini che odiano le donne“ („Männer, die Frauen hassen“) und „La regina dei castelli di carta“ („Die Königin der Kartenhäuser“) und ist damit näher an den schwedischen Originaltiteln. Wundert es noch irgendwen, dass die Italiener uns Deutsche für – vorsichtig formuliert – ein wenig wortkarg halten?     

Erinnerungen: Enttäuschend

Im Vorfeld der Veröffentlichung der Autobiografie des Düster-Rockers Ozzy Osbourne am 9. Dezember sah sich jetzt sein deutscher Verlag Heyne zu dem drolligen Hinweis veranlasst, Osbournes Erinnerungsvermögen sei angesichts früherer Alkohol- und Drogeneskapaden „erstaunlich“. Für echte Fans des Heavy-Metal-Veteranen dürfte das eher enttäuschend sein, nannte Osbourne sich selbst doch „the Prince of Darkness“. Da wäre es eigentlich standesgemäß, dass er sich an sein Leben nur dunkel erinnert.   

Bibelworte: Besprochen

Im Lutherischen Verlagshaus ist in der „Edition Chrismon“ der Band „Selig sind…“ erschienen, den der Verlag ankündigt: „Prominente schreiben zu den Seligpreisungen“, als da laut Banderole sind: Hermann Barth, Susanne Breit-Kessler, Dieter Falk, Gesche Grabenhorst, Mischa Marin, Franziska Stünkel, Tina Voss, Maria von Welser, Peter Wensierski und Christian Wulff. Da bedauert man spontan, dass offenbar Peter-Fritz Merxheimer und Joseph Seibach-Waldmann nicht als Autoren gewonnen werden konnten.     

Schlaf: Sprachlich

Zu dem 3sat-Sprachwettbewerb „Uns fehlen die Worte“ ist jetzt im dtv ein gleichnamiges Büchlein mit allerfeinsten „Wortgeschichten“ erschienen. Daraus eine Fundstelle, entdeckt in einem Text von Kirsten Fuchs: „Mein Radiowecker ist an. Ach ja, ich wollte heute früh aufstehen, einfach so, um zu gucken, ob ich das noch kann. Außerdem bin ich auch nicht spät schlafen gegangen. Acht Stunden Schlaf sollen ja dicke reichen. Für Dünne scheint das aber nicht zu stimmen. Ich schlafe wieder ein.“

Lied: Lustig

Zum Schluss noch ein Tipp für diejenigen Leser, deren Kinder dieser Tage zu Ehren des heiligen Martin mit Laternen um die Häuser ziehen. Versuchen Sie doch einfach mal, Ihren Nachwuchs durch folgende Abwandlung des bekannten Liedes zu erheitern: „Sankt Martin, Sankt Martin, / Sankt Martin ritt durch den Taifun, / auf seinem Kopf, da saß ein Huhn.“ Nicht lustig? In meinem privaten Umfeld wurde darüber jedenfalls sehr gelacht.

Aus buchreport.express 46/2009

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