Für ganzjährige Einnahmen sorgen

Erstens gibt es da draußen eine Menge großer Talente, Menschen, die ganz vielschichtige Fähigkeiten haben. Zwei­­tens werden die Verlage hinsichtlich der Verantwortung ihren Autoren gegen­über, ein möglichst breites Publikum zu erreichen, überfordert.“ Diese Ausgangslage formuliert Ex-Verleger Rob Weisbach (Foto) als Motivation für die Gründung seiner New Yorker Agentur Weisbach Creative Management, die verspricht, zur Hälfte eine traditionelle New Yorker Literaturagentur und zur anderen eine „Hollywood Management“-Agentur zu sein.

Der innovative Ansatz soll dabei sein, das komplette Spektrum einer Autorenkarriere im Auge zu behalten, vom Feinschliff eines Buchexposés über die Vorbereitung eines Fernsehauftritts bis hin zu Filmverhandlungen. „Das Modell entstand aus meiner eigenen interdisziplinären Erfahrung als Lektor und Verleger, der sich intensiv mit Marketing, Öffentlichkeit und Verkauf beschäftigen musste, und als Führungskraft bei Miramax und den Weinsteins, wo ich sowohl mit Buchprojekten als auch mit dem Filmbereich zu tun hatte“, erläutert Weisbach.

Schlüsselfaktor für die umfassende Vermarktung sei das Team mit David Groff, zuvor Lektor beim Random House-Imprint Crown Books, Erin Cox, zuvor beim Magazin „New Yorker“ für Buchveröffentlichungen verantwortlich, und Jake Bauman, zuvor Entwicklungsleiter beim Filmstudio The Weinstein Company, wo er für die Entdeckung, den Erwerb und die Entwicklung neuer Filmstoffe zuständig war. „Sie alle bringen etwas mit, was über das traditionelle Agenturgeschäft hinausgeht“, sagt Weisbach, der außerdem plant, den vermittelten Kreativitätsbereich weiter zu fassen und auch die Fähigkeiten wie beispielsweise des Illustratoren John Rocco oder der Designerin Beth Middleworth in sein Angebotsspektrum zu integrieren.

Das Unternehmen hat den Charakter eines virtuellen Netzwerks, hat keine festen Büroräume, aber alle stehen in beinahe ständigem Kontakt miteinander. „Es ist erstaunlich, was man im Jahr 2009 alles machen kann, ohne sich auch nur einmal zu treffen“, findet Weisbach. Das Geschäft erfahre durch den erweiterten Blick mehr Kontinuität: Normalerweise kassiert eine Agentur alle zwei bis drei Jahre ihre 15-prozentige Provision, wenn der jeweilige Autor ein neues Buch produziert (oder jedes Jahr, wenn sie Glück hat). In diesem Modell erzielt ein Autor das ganze Jahr über Einnahmen für sich und damit auch die Agentur, die ihre umfassenderen Leistungen ebenfalls mit 15% Provision kalkuliert.

Höhere Erträge pro Autor bedeuten im Gegenzug, dass Weisbach und sein Team sich theoretisch um weniger Kunden kümmern müssten. Die intensivere Betreuung solle wiederum für mehr Content und demnach produktivere Klienten sorgen…

Schließlich verspricht Weisbach noch Aufklärung und Transparenz durch eine in der Branche „unübliche Offenheit“, indem man sich die Zeit nehme, seine Klienten mit dem Geschäft vertraut zu machen: „Nicht, dass ich einige Lektoren oder Verleger schlechtmachen will, aber es ist nicht gerade ihre Art, ihren Autoren etwas beizubringen oder ihnen Zahlen anzuvertrauen. Das Ziel der Autoren ist es, gelesen zu werden. Sie sollten verstehen, was auf dem Markt vor sich geht und wie ihre Bücher und Publikationen ins Bild passen.“

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