Kein Unterschied zu Google

Auf Carta greift Ilja Braun den Kommentar von buchreport-Redakteur David Wengenroth zu den Plänen von Börsenverein, VG Wort und Deutscher Literaturkonferenz zur Kommerzialisierung verwaister Werke auf – und wundert sich offenbar, dass jemand anderer Meinung bei diesem Thema sein kann. Dass Wengenroth – anders als Braun selbst – bei den Plänen von Börsenverein & Co. Unterschiede gegenüber der Google-Strategie erkennt (Wengenroth: „ein Unterschied, ob man – wie Börsenverein und VG Wort – das bestehende Recht ändern will, oder ob man es – wie Google – ignoriert und zusieht, wie weit man damit kommt“), verleitet Braun zur Vermutung, die Fachjournalisten der Branche fühlten sich wegen ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit „immer wieder bemüßigt, unabhängige Berichterstattung pseudo-neutral zu relativieren“.

Tatsächlich sei man sich in den Verbänden im Klaren darüber, genau das Gleiche wie Google zu tun, so Braun, der aus einer anonymen Mail aus den Verbandskreisen zitiert: „Wir tun etwas und hinterlegen Geld für den etwaigen Schadensersatz. Das kann nicht lange von Bestand sein, also muss eine gesetzliche Regelung her, die das Tun erst einmal legalisiert.“

carta.info

Weiteres Top-Thema: Hubert Spiegel würdigt zum 80. Geburtstag des ungarischen Schriftstellers und Ausschwitz-Überlebenden Imre Kertész dessen Suche nach Identität. Welche Definitionen, welche Überzeugungen und Gewissheiten und welche Glaubensbekenntnisse nach Auschwitz noch möglich seien, das seien die Fragen, die Kertész in seinem literarischen Werk immer wieder gestellt und beantwortet habe. Kertész habe den Holocaust mit größter Radikalität ins Zentrum eines Werks gestellt, das seinen Ausgang vom äußersten Grenzbereich menschlicher Erfahrung nehmen musste: den Erfahrungen der absoluten Nichtigkeit der eigenen Existenz und des nie zu bewältigenden Zufalls ihrer Fortdauer. Schreiben als Mittel, um nicht zu sterben …    
„FAZ“ (S. 34)

Imre Kertész im Gespräch mit Franziska Augstein über seine ihm absurd erscheinende Vita. Péter Esterházy würdigt seinen ungarischen Landsmann als großen Sohn der Nation.
„SZ“ (S. 14)

VERLAGE

Staatsanwalt im Haus: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beim Pressehaus Stuttgart bringen auch den Chef des Mutterkonzerns SWMH in Erklärungsnot.
„Spiegel“ (S. 93)

BÜCHER & AUTOREN

Hans Magnus Enzensberger: Mathias Matussek und die Schriftstellerin Irene Dische würdigen den Poeten, Essayisten und Publizisten sowie sein Werk zu dessen 80. Geburtstag.
„Spiegel“ (S. 122)

Walter Kempowski: Was der deutsche Schriftsteller in seinem Projekt „Echolot“ zum Fall der Mauer notiert hat, beschreibt die
„FAZ“ (S. 29)

Jürgen Leinemann: 16 Freunde und Weggefährten leihen dem erkrankten Autor bei einer Vorlesung in Hamburg ihre Stimme …
„SZ“ (S. 17)

ONLINE

Onlinekultur: Johannes Boie über die Radikalisierung der Debatte über digitale Kultur …
„SZ“ (S. 13)

Netzeitung: M. DuMont Schauberg entlässt zum Jahresende die komplette Redaktion der Internetzeitung …
„FTD“ (S. 8)

YouTube: Obwohl täglich rund eine Million Videos über YouTube abgespielt werden, hat der teure Zukauf Google bislang kaum Umsatz gebracht.
„Handelsblatt“  (S. 27)

MEDIEN & MÄRKTE

Einzelhandel: Die Gläubiger verhandeln in dieser Woche den weiteren Weg in der Arcandor-Pleite, der bislang größten Insolvenz in Deutschland. Die Mitarbeiter bringen Opfer zur Rettung des Unternehmens.
„FAZ“ (S. 17), „SZ“ (S. 21) „FTD“ (S. 6), tagesspiegel.de

Medien: Der „Tagesspiegel“ kündigt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wegen ihres Umzugs in die Räumlichkeiten des Springer-Konzerns.
„Handelsblatt“ (S. 28), tagesspiegel.de, taz.de

Printmedien: Wie die „Superillu“ zum meistgelesenen Magazin in Ostdeutschland wurde
tagesspiegel.de

Musik: Das neue Rammstein-Album darf nicht mehr beworben und an Minderjährige verkauft werden.
welt.de

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