Postskriptum: Generösler Rösler

Souverän reagierte der in Vietnam geborene neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (Foto), als er auf die abfällige Wort „Fidschi“ angesprochen wurde, mit dem ihn der Kabarettist Jochen Busse in der Talkshow „Beckmann“ bezeichnet hatte. „Wenn ich als Politiker schnell beleidigt wäre, wäre ich fehl am Platz“, erklärte Rösler großzügig in der „BamS“. „Die Fidschi-Inseln liegen übrigens relativ weit weg von Vietnam. Das wäre so, als wenn ich Sie jetzt zum Inder erklärte.“ Diese generöse Reaktion sollte uns aber eines nicht vergessen lassen: Bei Leuten, die andere wegen ihrer Herkunft herabsetzen, ist nicht in erster Linie der innere Atlas, sondern  vor allem der innere Kompass nicht in Ordnung.      

Ausspucken: Ansteckend

Apropos Gesundheit: Im Kampf gegen die Schweinegrippe hat Medienberichten zufolge der bulgarische Fußballverband den Spielern verboten, auf den Rasen zu spucken. Das klingt im ersten Moment komisch, ist im Grunde aber naheliegend: Dieses Gespucke auf dem Rasen ist ja doch eine ziemliche Schweinerei.

Hobbyköche: Hilfreich

Apropos Fußball: Zur Einstimmung auf die Fußball-Weltmeisterschaft, die im kommenden Jahr in Südafrika stattfindet, haben die Azubis der Verlagsauslieferung Sigloch ein Kochbuch mit dem Titel „Safari durch die Küchen Afrikas“ gestaltet. Das ist eine feine Idee, und wir wollen hoffen, dass dieses Buch viele Leser findet. Vielleicht hilft es ja der deutschen Nationalmannschaft auf der Suche nach Rezepten, wie sie ihre Gegner in die Pfanne hauen kann.  

Gott: Gereizt

Der tschechische Sänger Karel Gott hat seine Landsleute geschockt: In einem TV-Interview aus Anlass der Verleihung der Nationalmedaille an den Barden zeigte der 70-Jährige den „Stinkefinger“ mit dem Hinweis, „zehnfach“ solle diese Geste allen Kritikern gelten, die ihm die Ehrung wegen seiner Haltung zu kommunistischen Zeiten nicht gönnten. Für deutsche Beobachter kommt Gotts drastische Geste nicht überraschend. Zuletzt arbeitete er erfolgreich mit Bushido zusammen. Das konnte nicht ohne Folgen bleiben.

Gedichte: Gestaltet

Der dtv hat unter dem Titel „Zupf dir ein Wölkchen“ verdienstvollerweise als wunderschön gestaltetes Büchlein eine neue Sammlung von Gedichten des großen Joachim Ringelnatz herausgebracht. Daraus zum Schluss, weil’s so schön ist: „Wenn man das zierlichste Näschen / Von seiner liebsten Braut / Durch ein Vergrößerungsgläschen / Näher beschaut, / Dann zeigen sich haarige Berge, / Daß einem graut.“

Aus buchreport.express 45/2009

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