Anders als Google

Die „Welt“ wittert Arges (hier der Artikel). In der vergangenen Woche schrieb die Zeitung über die Initiative, an der unter anderem der Börsenverein, die Deutsche Nationalbibliothek und die VG Wort beteiligt sind und die das Digitalisieren „verwaister Werke“ ermöglichen soll, jetzt solle „das literarische Erbe digitalisiert werden, ohne Google, aber nach demselben Prinzip“.

Bei der Initiative gehe es schließlich darum, die „orphan works“ auch ohne die eigentlich vom Urheberrecht zwingend vorgesehene Zustimmung der Rechteinhaber digitalisieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, argumentiert die „Welt“. Und genau das habe der amerikanische Internetriese schließlich mit seinem Digitalisierungsprojekt GoogleBooks gewollt.

Das ist immerhin eine originelle Sichtweise. Allerdings hinkt der Vergleich gewaltig, denn der erste Schritt in dem vom Börsenverein mitentwickelten Szenario ist immer die sorgfältige Suche nach dem Rechteinhaber, also eben jene mühevolle Prozedur, die Google sich kurzerhand sparen wollte. Abgesehen davon ist es schon ein Unterschied, ob man – wie Börsenverein und VG Wort – das bestehende Recht ändern will, oder ob man es – wie Google – ignoriert und zusieht, wie weit man damit kommt.

Tatsächlich aber dürfte die Initiative das Weltbild jener Urheberrechtskritiker ins Wanken bringen, die Google bisher einsam auf der Seite des Fortschritts im Kampf gegen eine Front von Verhinderern sahen. Sie beweist, dass die Buchbranche eine Digitalisierung und Zugänglichmachung des
literarischen Erbes will – nur eben gerade nicht nach dem Google-Prinzip.

Aus buchreport.express 45/2009

Kommentare

1 Kommentar zu "Anders als Google"

  1. Das mit den Urheberrechten ist wirklich ein sehr heikles Thema, ich bin aber der Meinung, dass in den nächsten Jahren die Möglichkeit, mit Urheberrechtsverletzungen über einen Anwalt reich zu werden, erheblich schlechter wird. Wir werden uns alle an das neue Zeitalter gewöhnen müssen und das ist auch gut so. Mit Büchern wird sehr viel Geld verdient, wenn es dann nur noch die Hälfte sein wird, ist es eher angemessen als heute.

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