Jochen Krisch: Der Strukturwandel in der Online-Modebranche

Ein Blick über den Tellerrand der Buchbranche, auf den Strukturwandel in der Modebranche: Die Marken/Hersteller drängen nun verstärkt selber ins Internet, klassische Online-Händler sichern sich ab – und gleichzeitig entstehen neue Arten von Modehändlern.

Besser noch als beim Forum im Juni, das sich stark auf die Innovationsbereiche im Web konzentrierte, wurde beim jüngsten Fashion Commerce Forum in Hamburg (mit Präsentationen von Ecco, Design3000, Conleys, Limango, Spreadshirt und Brax) der Strukturwandel in der Modebranche deutlich:

  • Die Marken/Hersteller drängen nun verstärkt selber ins Internet und werden online (wie offline) zu eigenständigen Händlern.
  • Entsprechend versuchen sich klassische (Online-)Händler wie ASOS & Co. zunehmend abzusichern und nehmen verstärkt Eigenmarken ins Sortiment.
  • Gleichzeitig entstehen neue Arten von Modehändlern, die sich selber allerdings eher als Dienstleister (für die Marken) begreifen denn als Händler im klassischen Sinne.

Gerade in diesem Bereich herrscht großes Innovationspotenzial für Dienste, die Online-Lösungen für die offensichtlichen und die absehbaren Probleme der Marken/Hersteller anbieten.

Die Auswirkungen des Strukturwandels

Das Spektrum reicht schon heute von Anbietern wie Vente-Privée, Brands4Friends & Co, die sich um den zielgenauen Abverkauf der Warenüberhänge kümmern (s. auch Wie das Postengeschäft den E-Commerce verändert), bis hin zu Modeplattformen wie Stylight (s. Screenshot), Stylefruits, Smatch & Co., die neue Wege der (emotionalen) Kundenansprache bieten.

Unseren Einschätzungen zufolge werden sich parallel zu Diensten wie Yoox, DePauli/Herrenausstatter oder Design3000 (und deren exklusiven Markenshops) vor allem die Logistikdienstleister (also die Dohmens und Hellmanns) noch ein größeres Stück vom Modekuchen abschneiden und zunehmend zur Konkurrenz für den etablierten (Versand-)Handel werden.

Schon heute bündeln sie eine Vielzahl von Marken. Und sobald sie eine gewisse Größenordnung erreicht haben, bietet es sich an, über übergreifende Shoppingplattformen und Konzepte nachzudenken und so für weiter steigende Umsätze zu sorgen. Speziell die Netrada-Initiative von Heycom weist stark in diese Richtung (Screenshot: Netrada).

Man ahnt schon: Die Modebranche bietet in nächster Zeit noch genügend Stoff für weitere Fashion Commerce Foren.

Jochen Krisch ist Herausgeber des Weblogs Exciting Commerce, das die wichtigsten Entwicklungen im E-Commerce verfolgt.

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Kommentare

1 Kommentar zu "Jochen Krisch: Der Strukturwandel in der Online-Modebranche"

  1. Ich finde es eine Bereicherung Beauty und Modeprodukte auch über das Internet bestellen zu können. Das hat auch den Vorteil, dass man sich über das Internet ausgiebig über Produkte informieren kann. Die Beratung kommt in Geschäften leider oft zu kurz.

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