Postskriptum: Süßer Vogel fängt den Wurm

Nachdem der ehemalige „Spiegel“-Literaturchef und Autor Hellmuth Karasek in seinem 2006 erschienenen Buch „Süßer Vogel Jugend oder Der Abend wirft längere Schatten“ (HoCa) bestsellerträchtig um verflossene Jugend trauerte, hat er sich in seinem neuen Buch erotischen Abenteuern zugewandt – und zwar, auch wenn er sie in der dritten Person schildert, selbst erlebten, wenn man seinen Interviewaussagen glauben darf. Wie in der „Bild“-Zeitung nachzulesen war, schildert er in dem Buch mit dem schönen Titel „Ihr tausendfaches Weh und Ach“ (ebenfalls HoCa) unter anderem, wie er als Knabe die Schwester eines Nachhilfeschülers verführte oder sich später „mit der viel jüngeren Frau eines viel älteren Freundes“ vormittags im Hotelbett aalte… Wenn man das so liest, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass „Süßer Vogel Jugend oder Der Abend wirft längere Schatten – Band 2“ auch ein ganz passender Titel gewesen wäre.

Forderung: Fremd

Ein schönes Beispiel dafür, wie man sich in Diskussionen der feinen Klinge statt des Holzhammers bedient, liefert in der „Zeit“ der Frankfurter Philosophieprofessor Christoph Menke. Der zitiert aus dem Buch „Du musst dein Leben ändern“ von Peter Sloterdijk dessen „ethischen Imperativ“: „Beweise, dass dir der Unterschied zwischen Vollkommenem und Unvollkommenem nicht gleichgültig ist, führe uns vor, dass Leistung – Exzellenz, areté, virtú – für dich keine Fremdworte sind.“ Darauf Menke: „Was, wenn man dem Imperativ nicht gehorcht, vielleicht weil einem areté oder virtú Fremdwörter sind?“

Sarrazin: Shoppend

Der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin machte bekanntlich vor kurzem mit drastischen Aussagen über in Deutschland lebende Ausländer von sich Reden: Nicht integrationswillig seien viele von ihnen, kritisierte der 64-Jährige. In der vergangenen Woche passte nun ein Reporter von „Bild am Sonntag“ Sarrazin im Berliner Westend auf der Straße ab und folgte ihm in die Buchhandlung „Der Divan“. Dort beobachtete der „BamS“-Mann: „Zu seinem Bedauern ist der neue Roman von Nobelpreisträgerin Herta Müller ,Atemschaukel‘ ausverkauft. Stattdessen kauft er den Polit-Thriller ,Das Recht auf Rückkehr‘.“ Wenn das mal kein Impulskauf war.

Buchstaben: Bekannt

Hübscher Witz, gefunden im „kressreport“ in der Rubrik „Nicht in diesem Playboy“: Kommt ein Tscheche zum Augenarzt. Der hält ihm eine Buchstabentafel vor, auf der steht: S Z W A X N Y S T E C Z. Er fragt den Patienten: „Können Sie das lesen?“ – „Lesen?“, ruft der Tscheche erstaunt aus, „ich kenne den Kerl!“

Aus buchreport.express 43/2009

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