Bauernopfer nach Buchmesse

Die Zeitungen reagieren auf die Entlassung des Leiters des Internationalen Zentrums der Frankfurter Buchmesse, Peter Ripken, dem die Buchmesse die „anhaltenden Abstimmungsschwierigkeiten“ im Zusammenhang mit dem diesjährigen Gastlandauftritt Chinas zur Last legt.

Die „Süddeutsche“ attestiert dem Geschassten, der der chinesischen Dissidentin eine Rede auf eine Abschlussempfang verwehrt haben soll, „ungeschicktes Verhalten“, spricht aber von einem „Bauernopfer“ und würdigt Ripkens langjähriges Wirken: „Er arbeitete jahrzehntelang für die Buchmesse, machte viele Autoren hierzulande erst bekannt, setzte sich für regimekritische Schriftsteller ein, und es ist ihm zu verdanken, dass der öffentlichkeitsscheue Nobelpreisträger Gao Xingjian aus Paris nach Frankfurt kam.“

Die „FAZ“ will ohnehin nur einen „aufgebauschten Pseudo-Skandal“ erkennen, entsprechend riecht Ripkens Entlassung für sie erst recht „verdächtig nach Bauernopfer“. Das Blatt schreibt: „Ripken wird also entlassen, weil er der offiziellen chinesischen Delegation zu sehr im Wege stand. Das scheint sich darauf zu beziehen, dass Bei Ling und Dai Qing beim Symposion doch noch ihre Statements hielten und die brüskierte Delegation den Raum verließ. Ein Bauernopfer nicht für, sondern gegen die Meinungsfreiheit.“

Auch dem „Tagesspiegel“ will „der Begriff Bauernopfer nicht aus dem Kopf gehen“, da er in Ripken jedenfalls nicht den Alleinschuldigen für die Probleme und Peinlichkeiten rund um den chinesischen Gastlandauftritt sehen will.

Die „Frankfurter Rundschau“ rekapituliert noch einmal den Anlass für den Eklat.

sueddeutsche.de, faz.net, tagesspiegel.de, fr-online.de, weitere Berichte: welt.de, spiegel.de

BUCHMESSE

Jugendliteraturpreis: Roswitha Budeus-Budde berichtet zufrieden von der Veranstaltung und der Auswahl der Preisträger in Frankfurt.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 14)

Chinesische Medien schreiben zur Wahrnehmung des Gastlandauftritts, deutsche Medien seien bösartig.
fr-online.de

ONLINE

Digitalisierung: EU will Google nun doch die Stirn bieten und eine frührende Rolle Europas bei der Buchdigitalisierung anstreben.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 14)

Verwaiste Werke sollen nach dem Willen der EU-Kommission schneller online zugänglich gemacht werden können.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 11)

readmee.cc: Die von der EU geförderte Literaturplattform lud zu Literaturtagen auf Schloss Hainfeld, die „Süddeutsche“ ging hin und berichtet ausführlich.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 14)

BÜCHER & AUTOREN

Margeret Atwood war zwei Tage lang zu Gast bei „Literatur im Nebel“ in Heidenreichstein.
diepresse.com

„Wo die wilden Kerle wohnen“: Die Verfilmung des Kinderbuchklassikers stürmt in den USA die Kino-Charts.
spiegel.de

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