Nur noch 50% Bücher

Zehn Wochen war die Führungsriege von Borders UK weitgehend abgetaucht, um nach dem von der Investmentfirma Valco Capital Partners finanzierten Management-Buy-out die Zukunft des britischen Buchhandelsunternehmens neu zu ordnen (buchreport berichtete). Zur Jahreskonferenz in London hat CEO Philip Downer erstmals den Schleier über dem Strategiepapier gelüftet, mit dem er die Kette, die zuletzt 218,2 Mio Pfund (ca. 236,4 Mio Euro) umgesetzt hat, zu alter Stärke zurückführen will: Da gibt es mit dem Ausbau des Nonbook-Bereichs deutliche Parallelen zur deutschen Branche.

Viele Einzelheiten sind noch offen, aber zumindest das Katz-und-Mausspiel um die Zukunft der noch verbliebenen sieben Filialen der Londoner Boulevard-Buchhandlungen von Books Etc., die einmal das Herzstück des Unternehmens bildeten, wird beendet. In dem von Downer geplanten Konzept von Borders als Marke und dem daraus resultierenden Auftritt aus einem Guss ist für die kleinen Ladenflächen kein Platz mehr.

Offen gelassen hat Downer, wie er sich den Abschied von Books Etc. vorstellt. Geschlossen werden sollen die Buchhandlungen (zumindest vorerst) offensichtlich nicht, doch potenzielle Interessenten dürften angesichts der anhaltenden Rezession auf der Insel ebenfalls kaum Schlange stehen. Am liebsten wäre dem Borders-Chef wohl der Verkauf im Paket, so wie im vergangenen Jahr, als ihm Waterstone’s auf einen Schlag acht Books-etc.-Filialen abgenommen hat, um seine Londoner Präsenz zu verstärken.

Mit der Konzentration auf die 41 Großflächen von Borders allein ist es für das Management freilich nicht getan. Downer und seine Vorstandskollegen wollen die Kette, an der der ehemalige US-Besitzer Borders Group Inc. immer noch 15% hält, vor allem durch einen Umbau des Sortiments konkurrenzfähiger machen. Bücher, die derzeit etwa 70% zum Umsatz beitragen, werden zwar weiterhin im Mittelpunkt stehen, doch das Nonbook-Sortiment soll kräftig erweitert werden. Mittelfristig wird mit Spielen, Unterhaltungselektronik, Spielzeug, Schreibwaren etc. ein Umsatzanteil von 50% angepeilt.

Bei der Umgestaltung des Sortiments sollen die Kunden ein aktives Wort mitreden dürfen. In den nächsten Wochen sind in allen Filialen umfangreiche Verbraucherbefragungen geplant. Deren Ergebnisse werden auch in ein neues Kundenbindungsprogramm einfließen, das für 2010 in Vorbereitung ist. Mit der Finanzspritze von Investor Valco im Rücken schließt Philip Downer zudem auch die eine oder andere Neueröffnung nicht aus, wenn sich denn „eine günstige Gelegenheit ergibt“.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Nur noch 50% Bücher"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Webinar-Mediathek

Webinar verpasst?

Falls Sie ein Webinar verpasst haben, können Sie nachträglich das Video zum Webinar bestellen und sich die Inhalte bequem am Computer anschauen. In unserer Mediathek finden Sie alle verfügbaren Webinar-Videos.

Themen-Kanäle

SPIEGEL-Bestseller

Hardcover Belletristik
1
Zeh, Juli
Luchterhand
3
Seethaler, Robert
Hanser, Berlin
4
Leo, Maxim; Gutsch, Jochen
Ullstein
5
Vermes, Timur
Eichborn
17.09.2018
Komplette Bestsellerliste Weitere Bestsellerlisten

Veranstaltungen

  1. 12. September - 15. Oktober

    Harbour Front Literaturfestival 2018

  2. 25. September - 26. September

    EHI Marketing Forum 2018

  3. 26. September - 27. September

    Österreichische Medientage 2018

  4. 2. Oktober - 4. Oktober

    Digital Book World

  5. 4. Oktober - 6. Oktober

    InsightsX