Technologie-Anbieter als Treiber

Zhou Dengping war Vice Managing Director bei
Open Book Service, bevor er die Führung bei
Apabi übernahm. Er ist Gründer zweier
bekannter chinesischer Buch-Webseiten:
idoican.com und www.fanshu.com.

Die Buchbranche ist mitten im Umbruch. In der digitalisierten und vernetzten Medienwelt git es, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Frankfurter Buchmesse startet gemeinsam mit buchreport eine Serie, die einen Überblick über die globalen Entwicklungsperspektiven der Kreativindustrien weltweit sowie interessante Modelle aus dem klassischen Buchgeschäft gibt. Zum Auftakt ein Ausflug auf den chinesischen Buchmarkt. Teil 3: Das Technologieunternehmen Founder Apabi verfügt über umfassende E-Book-Erfahrung mit Fachinformationen und diversifiziert jetzt in den Publikumsmarkt.

Im vergangenen Sommer hat Penguin UK einige Tausend Publikumstitel für E-Books an Founder Apabi lizenziert. Apabi darf diese Titel in E-Books konvertieren und in der Volksrepublik China vertreiben.

Zhou Dengping, der General-Manager der Online-Publishing-Division von Apabi, betritt damit nach eigener Einschätzung Neuland, denn der Konsumentenmarkt für populäre englischsprachige E-Books muss in China erst noch erschlossen werden.

Ein Unternehmen – drei Rollen

Founder Apabi spielt im digitalen B2B-Buchgeschäft bisher eine dreifache Rolle:

  • Das Unternehmen ist Technologie-Anbieter, Digital-Content-Operator und Distributor. Als Technologie-Anbieter baut Apabi auf zwei Säulen auf: Erstens auf das „Founder-Format“ für E-Books, das von mehr als 90 Prozent der chinesischen Verlage genutzt wird und damit eine Monopolstellung hat. Zweitens auf das Apabi-Digital Rights-Management, das nach Angaben des Unternehmens so gut ist, dass Raubkopien kaum noch möglich seien.
  • Zudem ist Apabi der größte Digital-Content-Operator für chinesischsprachige Bücher weltweit und hat bis heute Lizenzen für die Konvertierung und Distribution von rund 600.000 Buchtiteln erhalten. Verlage müssen für die Konvertierung nichts zahlen, der Verlag erhält 44 Prozent der Einnahmen durch den Verkauf der E-Books, den Rest behält Apabi. Der Verlag entscheidet über den Preis des E-Book-Produkts, der bei 20 bis 33 Prozent des Printpreises liegt.
  • Und zuletzt verkauft Apabi als Distributor die digitalisierten Inhalte an rund 4.000 Bibliotheken in mehr als 20 Ländern.

Zukunft des digitalen Publizierens liegt im B2C-Bereich

CEO Zhou Dengping klagt jedoch, dass durch hohe Kosten die Marge im B2B-Business sehr schmal bleibt. „Die Zukunft des digitalen Publizierens liegt im B2C-Geschäft“, so Dengping. Deshalb setzt Apabi in diesem Jahr einen neuen Schwerpunkt auf den Massenmarkt der Endverbraucher. Der Schlüssel liegt für den Geschäftsführer neben der Einrichtung eines Online-E-Book-Shops in der Entwicklung eines Apabi-Lesegeräts. „Das Gefühl beim Lesen soll nicht zu
‚E‘ sein“, gibt Zhou Dengping vor. „Ein Lesegerät wird dann Erfolg haben, wenn es möglichst das Papier-Buch simuliert.“ Und: „Wer mit seinem Lesegerät den Durchbruch schafft, dem gehört der Markt!“

Jing Bartz, Leiterin des Buchinformationszentrums BIZ Peking der Frankfurter Buchmesse

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