Ketten zerstören die Branche

Heute eine Presseschau, die sich ausschließlich der Frankfurter Buchmesse widmet.

Für viel Ärger (und andernorts Freude) wird der Artikel auf Seite 3 in der „Süddeutschen Zeitung“ sorgen. Tenor: Die Buchwelt klage zwar stets über das Internet, doch die eigenliche „Zerstörung einer ganzen Branche“ gehe von Konzernen wie Thalia aus. Thalia-Chef Michael Busch wird als Herr der Zahlen porträtiert, der wenig Ahnung von Büchern habe. 800 der einst fast 5000 Buchhandlungen im Lande hätten in den letzten zehn Jahren zusperren müssen – zu Gunsten von Busch & Co: Die Ketten hätten im selben Zeitraum ihren Marktanteil ums Doppelte auf fast 30 Prozent gesteigert.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 3)

Die „Neue Zürcher Zeitung“ fand die Reden zur Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse uninspiriert wie selten: „Wenn Harmonie ein typisch chinesisches Ideal ist, dann war zweifellos die deutsche Kanzlerin die Chinesin des Abends. Angela Merkel hatte für jeden eine frohe Botschaft: Den Buchhändlern versprach sie den Erhalt der Buchpreisbindung, den Kunden der Händler die Beibehaltung der ermässigten Mehrwertsteuer auf Bücher (7 statt 19%). Den Urhebern und Verlegern stellte sie ihren energischen Einsatz für das Urheberrecht in Aussicht, die Übersetzer lobte Frau Merkel für ihre schönen Übersetzungen, und die chinesische Regierung dafür, dass sie «Millionen Menschen aus der Armut geholt» habe.“
nzz.ch

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass Chinas Regierung den Gastauftritt bei der Buchmesse als Teil ihrer weltweiten Offensive zu mehr „Soft Power“ verstehe. „Mit Milliardeninvestitionen will Peking das Bild, das sich die Welt von China macht, verbessern. Spätestens seit im vergangenen Jahr nach den Unruhen in Tibet der olympische Fackellauf zu einem Spießrutenlauf geworden war, ist China sich bewusst geworden, dass es ein Problem mit seiner Außenwirkung hat. Und bereits vor Beginn der Buchmesse gab es abermals Irritationen.“
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 2)

Außerdem kritisiert die „FAZ“ die Entscheidung zum Deutschen Buchpreis (an Kathrin Schmidt statt Herta Müller): „Nicht nur ins Ausland, dessen Aufmerksamkeit für die deutsche Literatur die Auszeichnung erklärtermaßen wecken will, wird das Bild eines literarischen Provinzialismus vermittelt. Der Buchpreis ist zum Trostpreis geworden.“
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 29)

Das „Handelsblatt“ sieht riesige Chancen für die Buchbranche durch die neuen E-Vertriebswege. „Allerdings nur dann, wenn die Politik mit urheberrechtlichen und ordnungspolitischen Sicherungen die Googlerisierung des Buchs verhindert.“
handelsblatt.com

Der „Tagesspiegel“ schreibt: „In Peking überrollten Panzer die Demonstranten auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Zwanzig Jahre danach präsentiert die Frankfurter Buchmesse China als ihr Gastland. Eine kaum lösbare Aufgabe.“
tagesspiegel.de

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