Bernd Sommerfeld: Kindlereien sind Übergangssphase

Ich wundere mich immer noch, wie stark das Thema E-Book-Reader von der Presse aufgenommen wird. Die Kundennachfrage ist gering. Verkaufsschlager sehen anders aus.

Ich wundere mich immer noch, wie stark das Thema E-Book-Reader von der Presse aufgenommen wird. Die Kundennachfrage ist bisher nicht nur in Berlin verschwindend gering. Verkaufsschlager sehen anders aus.

Weil ich als Buchhändler immer wieder von Magazinen auf das Thema angesprochen werde, habe ich via Twitter eine Umfrage zu den neuen E-Book-Reader ins Netz gestellt. Die meisten Kritiken bezogen sich auf die zu hohen Preise für Soft- und Hardware und  ihre „Verschlossenheit“. Bemängelt wurden zudem die Zwangsbindung an eine Plattform und die Verwendung von harten DRM.

Early Adopters interessieren sich für die neuesten Entwicklungen und probieren gerne auch jedes neu erschienene Tool gleich einmal aus. Vielleicht  sind die technikaffinen Kunden, Informatiker, Nerds, Early Adopter bereit, Geld für ein Gerät und für Abonnements  auszugeben.

Selbst brauche ich einen Reader kaum. Nachrichten, Zeitschriften, Feeds und Tweets oder Weblogs lese ich schon seit Jahren effizienter am Rechner. Unübersichtliche Texte kann ich – im Gegensatz zum E-Book-Reader – immerhin auf den Drucker leiten oder ein Bookmark teilen und anlegen. Außerdem erwarte ich selbstverständlich eine große Auswahl interessanter Literatur, ohne DRM und selbstverständlich als PDF-A oder im Open-Document Format.

Schöne Bücher mag ich nur in der traditionellen, handlichen Form. Es ist bequemer, Bücher auf Papier zu lesen. Man hat keine Skrupel, sie am Strand zu lesen, sie funktionieren ohne Strom und sind sehr einfach zu benutzen. Wenn es zu viele werden und das Regal wieder überläuft, verschenke ich sie an dankbare Freunde.

Ich gestehe gerne zu, dass die für E-Book-Reader verwendete E-Ink-Technologie eine Lesequalität erreicht, die der des gedruckten Buches fast ebenbürtig ist, und  dass einige Möglichkeiten der Geräte, z.B. Voice, mich faszinieren. Wenn man aber viele Bücher auf dem Gerät hat, ist die Navigation jedoch eine Zumutung.

Offen haben es die Kommentare meiner Umfrage gesagt: „Ein Problem des Kindle und der anderen E-Book-Reader ist auch, dass sie ein Gerät mehr sind. Mich stört das Gerät an sich. Entweder ein Multi-Mobilfunkgerät wie iPhone oder richtiges Papier. Und eBooks mit DRM kann ich weder verleihen noch verschenken. Die Grundidee des Internets war und ist Daten/Informationen auszutauschen. Dazu braucht es aber eher ein offenes und mobiles Gerät wie den txtr aus Berlin.“

Bernd Sommerfeld, Ur-Blogger der Branche und Buchhändler bei Lehmanns in Berlin

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