Adieu, stationäres Geschäft

Acht Monate, nachdem buchreport exklusiv berichtet hatte, dass Ex-Manager des insolventen Mediengroßhändlers TMI in Bremen einen Neuanfang wagen (hier mehr), legt der Geschäftsführer des Bremer Versandwerks die Karten auf den Tisch. Im Gespräch mit buchreport rekapituliert Roberto Waldburger (52), bis Ende 2006 Chef und anschließend externer Berater von TMI Bremen, die Startphase des Versandwerks und skizziert das Geschäftsmodell:

  • Ursprünglich habe man per Management-Buy-out durchstarten wollen, was TMI-Insolvenzverwalter Christopher Seagon nicht ermöglich habe.
  • Zum Start seien zehn Mitarbeitern der alten TMI Bremen mit an Bord gewesen, inzwischen sei die Belegschaft auf 20 angewachsen.
  • Die Finanzierungsverträge seien nach langwierigen Verhandlungen erst im Juli 2009 fertig gewesen, mit Unterstützung des Landes Bremen.

Neues Geschäftsmodell: Online-Kunden, Logistik und Bücher

Was das Engagement der Landesregierung befördert haben dürfte, ist das neue Geschäftsmodell:

  • Das Versandwerk betreibt nur das Online-Geschäft von TMI fort – dort hatten Online-Shops rund 10% des Umsatzes mit steigender Tendenz bestritten –, beliefert aber anders als TMI keine stationären Händler mehr mit Medien inkl. Büchern, Spielen und Merchandising-Produkten.
  • Neu im Portfolio haben die Bremer Logistik-Dienstleistungen: Kunden können ihre Artikel bei den Bremern einlagern; die Versandwerke übernehmen darüber hinaus u.a. die Etikettierung und die europaweite Auslieferung.
  • Anders als die alte TMI, die nur im stationären Geschäft, in Kooperation mit Libri, mit Büchern handelte, will das Versandwerk auch Online-Kunden mit Büchern beliefern. Im Herbst soll ein Test erfolgen.

Ein entsprechendes Regelangebot könnte die Barsortimente Libri und KNV tangieren, die ebenfalls Online-Shops beliefern. Libri war bis zur Pleite von TMI Kooperationspartner des Medienhändlers. KNV wiederum war einer der Nutznießer der TMI-Pleite und stieß Ende 2008 im Schulterschluss mit dem Darmstädter Rackjobber Buchpartner in die von TMI hinterlassenen Lücken bei der Buch-Belieferung von Lebensmittelhändlern.

Mehr zum Thema im neuen buchreport.express 42/2009, der morgen erscheint

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