Darf das Kostbare richtig billig werden?

Die „Welt“ greift die Analyse von buchreport auf, nach der Verlage immer häufiger die Preise der Erstkalkulation nach oben drehen. Offenbar stelle die Buchpreisbindung den Markt auf den Kopf, „aber vielleicht ja den Anspruch auf die Füße“. Dass die Verlage etwas aufschlügen, dürfe nach acht Jahren der Preisstagnation durchaus sein. „Doch könnte, wenn das der Masse Teure teurer wird, nicht auch das Kostbare richtig billig werden?“, blickt die „Welt“ auf kleinauflagige Titel wie Gedichtbände.
welt.de, buchreport.de

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ beleuchtet das Sparprogramm der Verlage auf der Frankfurter Buchmesse. Zu den Verlagen, die sich die traditionellen Messepartys sparten, gehöre Random House als „großer Spielverderber“ (buchreport berichtete). „Außerdem lädt er weniger Autoren ein, schickt weniger Mitarbeiter nach Frankfurt, die sich zudem wohl paarweise, im günstigen Doppelzimmer, einquartieren lassen müssen. Dafür hat man eine Botschaft aus Amerika im Gepäck: Statt Zeit und Geld in einen Empfang zu investieren, wolle man das durch die Wirtschaftslage knappe Geld lieber in Bücher stecken. Verleger Joachim Unseld lasse sich das Feiern demgegenüber nicht nehmen, auch Marcel Hartges von Piper nicht; bei DuMont hätten die Partys und Empfänge zwar zur Disposition gestanden, seien aber zuletzt dann doch beschlossen worden; beim Berlin Verlag, bei Ullstein, Rowohlt, Fischer, Eichborn und C. H. Beck, bei Suhrkamp und auch auch beim Aufbau-Verlag werde wie traditionell gefeiert. Grundsätzlich sei die Zahl der Stände Im Vergleich zum Rekordjahr der Messe 2008 stabil geblieben; man hinke der Vorjahresbuchung um lediglich hundert Anfragen hinterher.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ spielt das Szenario durch, dass China die Messe boykottiere. Dann gingen Frankfurt zwar Mieten für die Stände verloren, und auch die örtliche Hotellerie wäre nicht erbaut. Von schweren finanziellen Einbussen indes könnte keine Rede sein, so die „NZZ“. „Die Amerikaner würden den Deutschen vermutlich Beifall klatschen; insofern wäre ein Boykott ein Imagegewinn.“ Tatsächlich habe eine Absage jedoch nie im Raum gestanden.

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 30), nzz.ch

VERLAGE

Tanja Graf: Die Münchner Verlegerin Tanja Graf verlässt den SchirmerGraf-Verlag zum Jahresende, um unter dem Namen „Graf Verlag“ ein neues Imprint für Ullstein aufzubauen; SchirmerGraf soll vorerst weiter bestehen.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 27)

Reinhard Mohn: heute in der „FAZ“ Todesanzeigen auf 1,5 Zeitungsseiten.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 30, 31)

Heidi Oetinger: Die Hamburger Verlegerin ist 100-jährig gestorben.
welt.de, „Süddeutsche Zeitung“ (S. 13)

BÜCHER & AUTOREN

Erinnerungsliteratur: boomt in China – eine gute Gelegenheit, das gewaltige Land besser kennenzulernen.
taz.de

Hape Kerkeling: will Horst Schlämmer aufs Abstellgleis schieben.
fr-online.de

Gert Mattenklott: Der Literaturwissenschaftler ist In der Nacht zum vergangenen Samstag in Berlin gestorben.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 27)       

Ai Weiwei: Der chinesische Regimekritiker hat wegen der Folgen einer Gehirnblutung den Besuch der Buchmesse abgesagt.
spiegel.de, „Süddeutsche Zeitung“ (S. 11)

Tara June Winch: Die Jungautorin war ein Jahr lang Protégée des Literaturnobelpreisträgers Wole Soyinka.
nzz.ch

ONLINE

Tagung zum Google Settlement in Berlin: führte wieder vor Augen, wie einfach es ist, von Google Books zu Open Access, von wissenschaftlichen zu literarischen Digitalpublikationen und von dort zum Thema Raubkopien zu gelangen – aber auch, dass es sich eigentlich um ganz unterschiedliche Fragestellungen handelt.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 13)

Amazon: startet Bezahlmöglichkeit per Handy ohne Kreditkarteneingabepflicht.
cnet.com

Google Wave: Die „FAZ“ präsentiert die „Mischung aus E-Mail, Chat und Dokumentenverarbeitung, die seit der ersten Präsentation im Mai abwechselnd als E-Mail-Killer, Twitter-Ablösung oder schlicht als die Revolution der Kommunikation gehandelt“ werde.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 15)

Google: leitet deutschen Internetseiten 30 bis 80% ihrer Nutzer zu.  
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 15)

MEDIEN & MÄRKTE

TV: Private Fernsehsender dürfen von 2010 an Product Placement betreiben.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 33)

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