Postskriptum: Nach Jamaika

Janoschs Tigerente könnte unversehens zum Wappentier der sich anbahnenden Koalition aus CDU und FDP avancieren: Wegen ihrer schwarzen und gelben Streifen sprechen Kommentatoren von der „Tigerenten-Koalition“. Eine Chance dürfte die Bezeichnung auf Dauer aber nur haben, wenn es zwischen den Partnern öfters zugehen sollte wie im Kindergarten, denn die inhaltlichen Parallelen zu Janoschs Werk sind überschaubar. Während die Tigerente darin bekanntlich auf den Weg nach Panama ist, könnte sich die Berliner „Tigerente“ bald auf dem Weg nach Jamaika wiederfinden.   

Grass: Geheim

Apropos Wahl: Zu den schrägen Kommentaren im Vorfeld des Urnengangs gehörte jener der Londoner „Times“, der Wahlkämpfer Günter Grass sei eine „Geheimwaffe“ der SPD, die die Wahl entscheiden könne. In Kenntnis des Ergebnisses wirkt die Einschätzung noch skurriler, dürfte aber jetzt der Wahrheit nahekommen, wenn die enttäuschten Genossen Grass sagen: Geh heim, Waffe!     

Westerwelle: Widerwillig

Noch einmal apropos Wahl: Einen denkwürdigen Auftritt hatte der Wahlsieger und mögliche Bald-Außenminister Guido Westerwelle, der bei einer Pressekonferenz von der auf englisch gestellten Frage eines BBC-Journalisten offensichtlich kalt erwischt wurde. Die erbetene Antwort auf Englisch verweigerte er mit der durchsichtigen Ausrede: „Wir sind hier in Deutschland.“ Ein Tipp, Herr Westerwelle: Wenn Sie wirklich Außenminister werden wollen, sollten Sie schleunigst einen Sprachkurs machen. Sonst wird es für Sie auf dem diplomatischen Parkett nicht englisch, sondern eng. 

Giscard: Gockelhaft

In höhnischer Absicht verlieh „Bild am Sonntag“ jetzt dem französischen Ex-Präsidenten Valéry Giscard D’Estaing den Titel „Literatur-Gockel“. Grund: Der 83-Jährige hat einen Roman geschrieben, in dem sich ein französischer Präsident nach einer englischen Prinzessin verzehrt, die auffällige Ähnlichkeit mit der verstorbenen Prinzessin Diana hat. Preisfrage, liebe „BamS“-Kollegen: Was ist das nationale Symbol der Franzosen? Richtig: Der Hahn. Wenn Giscard erfährt, dass Ihr ihn zum „Literatur-Gockel“ ernannt habt, wird er sich sicher sehr geschmeichelt fühlen.    

Szene: Schön

In seiner Late-Night-Show hat Harald Schmidt zum 50-jährigen Erscheinen der „Blechtrommel“ mit Monica Ivancan die Schlüsselszene nachgespielt, in der Oskar Matzerath aus dem Bauchnabel seines Kindermädchens Brausepulver lutscht. Das war hübsch. Als nächstes würden wir Schmidt und Ivancan gerne in der Schlüsselszene sehen, in der ein alter Mann mit einem Pferdekopf Aale aus der Ostsee fischt und Agnes Matzerath auf den Strand kotzt.

aus: buchreport.express 40/2009

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