Alexander Braun: Tipping Point für E-Books?

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Kommentare

3 Kommentare zu "Alexander Braun: Tipping Point für E-Books?"

  1. Nachdem Ehrhardt Heinold in seinem Blog noch mal argumentativ nachgelegt hat (bit.ly/1hOY4i), stimme ich vollständig zu: „Textveredelung“ ist KEINE Überlebensgarantie für klassische Buchverlage.

    In diesem Zusammenhang entsinne ich mich wieder einer Prognose der schwedischen Management-Gurus Ridderstrale / Nordström, deren Buch „Funky Business“ ich 2000 bei Pearson / Financial Times Prentice Hall verlegt habe: Unternehmen würden künftig immer öfter wie Filmproduktionen funktionieren. Eine mehr oder minder große Zahl selbstständiger Spezialisten findet sich für ein bestimmtes Projekt zusammen, führt dies mit Leidenschaft und Engagement zum Ziel, um dann wieder getrennte Wege zu gehen. Was häufige Zusammenarbeit in wechselnden Konstellationen gerade einschließt.

    Unbedingt in dieses Bild muss allerdings der Hinweis von Heiner Graf integriert werden: Literarische wie gesellschaftliche Diskurse brauchen, wenn sie nicht restlos in fragmentierten Communities zerfasern sollen, „Selektionskompetenz“. Um diese Kompetenz glaubwürdig auszustrahlen brauchen Plattformen, Publikationen und eben auch Verlage neben Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit vor allem dies: „intellektuelle Tiefe“.

    Wer mit Rücksicht auf die vermeintliche Blödigkeit oder Oberflächlichkeit des Publikums glaubt, den Geist aus den Medien des Geistes endgültig austreiben zu müssen, hat schon verloren.

  2. Ehrhardt Heinold | 23. September 2009 um 20:20 | Antworten

    Lieber Herr Lauer,

    Ihrer trefflichen Analyse kann ich nur zustimmen: Die von Ihnen beschriebene Wertschöpfung wird auch zukünftig gebraucht (wenn auch nicht, wie Sie zurecht feststellen, in allen Bereichen (da wir uns immer mehr an unfertige Texte gewöhnen). Aber Qualität wird sich in bestimmten Bereichen durchsetzen.

    Nicht zustimmen kann ich allerdings Ihrer These, dass hierin eine Überlebensversicherung für Verlage besteht. Ein Unternehmen wie das Ihre zeigt ja, dass sich ein Autor diese Leistung als Service einkaufen kann – dass also diese Veredelungsarbeit nicht notwendigerweise von einem Verlag und / oder im Rahmen des traditionellen Verwertungsmodells erbracht werden muss. Auch kann Veredelung sehr gut in einer Community erfolgen, wofür ja Wikipedia ein sehr eindrückliches Beispiel ist. Um es plastisch zu machen: Starautoren oder Prominente können einen Verlag zukünftig als Dienstleister engagieren, der für seine Arbeit nach Aufwand, nicht nach Absatz, entlohnt wird…

  3. Ehrhardt Heinold | 22. September 2009 um 19:50 | Antworten

    Ich kann dieser sehr guten Analyse nur zustimmen – vor allem, was die Frage nach der zukünftigen Rolle von Verlagen betrifft. Die entscheidende Frage wird sein, ob die Wertschöpfung gegenüber Autoren und Lesern weiterhin groß genug sein wird, um als Verlag in dem digitalen Spielfeld nicht überflüssig zu werden. Es kann auch zu einer Veränderung von Geschäftsmodellen kommen (wie in der Musikindustrie): Weg von der Verwertung von Nutzungsrechten, hin zu Dienstleistung.

    Der Artikel zeigt mir auch, dass der Kampf um die Zukunft des Verlegens nicht auf juristischem Feld gewonnen werden wird. Unabhängig davon, wie man zu Google und seiner Vorgehensweise steht (und wie das Verfahren in den USA ausgeht): Am Ende entscheiden Autoren und Leser, auf welchem Weg sie zusammenkommen wollen…

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