Postskriptum: Der Chinese lacht

Aus Anlass des Gastlandauftritts von China ist bei dtv das Büchlein „Chinesische Witze“ (herausgegeben und übersetzt von Xiao Xiao und Lin Zhengyang) erschienen. Kostprobe: „Ein Schüler hat beständig schlechte Noten, deshalb geht seine Mutter mit ihm zum Tempel, wirft sich zu Boden und betet, dass Konfuzius ihrem Sohn etwas beibringt. Drei Tage später kommen die Zeugnisse. Im Englischen hat ihr Sohn eine glatte Sechs. ,Nun ja, seufzt die Mutter‘, ,man kann Konfuzius keine Vorwürfe machen. Englisch hat er wohl selbst nicht gekonnt.“ Aha, darüber lacht also der Chinese. Und wir dachten schon, er würde nur darüber lachen, dass man bei der Frankfurter Buchmesse glaubt, ihn zum Dialog mit Andersdenkenden zwingen zu können.  

Text: Temporär

Der verehrte Kollege Harald Martenstein konnte vergangene Woche seinen 56. Geburtstag feiern. Wohl nicht gerade aus diesem Anlass, aber zeitgleich ist bei btb unter dem Titel „Männer sind wie Pfirsiche“ ein Taschenbuch mit Kolumnentexten von ihm erschienen. Wenn der Leser sich darin durch das Vorwort von Alice Schwarzer gelesen hat, entdeckt er als ersten Satz des ersten Textes: „Die soeben gebildete große Koalition übernimmt ein schweres Erbe.“ Offenbar geht es selbst Texten in neu erschienenen Büchern manchmal nicht besser als ihren Urhebern: Sie werden auch nicht jünger.

Gebühr: Gefordert

Der US-Kongress hat beschlossen, von jedem Besucher der Vereinigten Staaten bei der Einreise eine Pauschale von 10 Dollar zu kassieren. Die Empörung in Europa ist groß. Überraschend kommt der Beschluss bei Lichte besehen allerdings nicht. Wer gelegentlich fernsieht, hielt es schon lange für eine Frage der Zeit, bis das Ursprungsland von „General Hospital“, „Emergency Room“, „Chicago Hope“, „Grey’s Anatomy“, „Dr. House“ und nicht zu vergessen „Dr. Bob in der Tierklinik“ eine allgemeine Praxisgebühr einführen würde.

Schirm: Schützend

Eine richtig tolle Erfindung präsentiert die Firma Dolphin Innovations: Nubrella – den ultimativen Wetterschutz (Foto). „Jetzt beginnt bald wieder die Schmuddelwetterzeit. Es regnet und Sie haben beide Hände frei – beim Einkaufen, Radfahren oder Telefonieren! Nubrella ist kein gewöhnlicher Regenschirm. Nubrella ist eine Revolution“, jauchzt der Pressetext. Nicht schlecht. Jetzt fehlt nur noch ein Leselämpchen darin, dann kann man damit sogar beim Fahrradfahren im Dunkeln bei Regen ein Buch lesen. Whow!

(Aus buchreport.express 38/2009)

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