Spätsommerliche Delle

Im August hat in vielen Buchhandlungen das Schulbuchgeschäft die Tagesarbeit geprägt. Über alle Warengruppen hinweg blieb der zentrale Urlaubsmonat noch unter dem mäßigen Vorjahr.

In den vergangenen Wochen hat der Buchhandel im Schnitt mehr als ein Viertel seines Umsatzes mit Schulbüchern bestritten. Die Lehr- und Lernbücher sind im August üblicherweise die mit Abstand wichtigste Warengruppe. Sie sorgen je nach Ferienende von Woche zu Woche für heftige Ausschläge in den Kassendisplays und der Warenwirtschaft.

Die von buchreport gemeldeten Wochenumsätze schwankten deshalb zwischen –8 und +6%, Klarheit verschafft erst der Monatsüberblick. Der ergibt für den kompletten August einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr:

  • Im August 2009 hat der deutsche Sortimentsbuchhandel 1,9% weniger umgesetzt als 2008.
  • Schulbuch-Einflüsse spielen anders als in der Wochenbetrachtung keine
  • ent­scheidende Rolle: Auch wenn das leicht rückläufige Saisongeschäft Schule her­ausgerechnet wird, bleibt es auch insgesamt bei einem Umsatzrückgang.
  • Weil der August ein im Jahresverlauf überdurchschnittlich starker Monat ist, wird der kumulierte Wert durch dieses Minus recht kräftig gedrückt: Nach acht Monaten – und das sind nach langjährigen Erfahrungswerten rund 56% des Jahresumsatzes – liegt der Buchhandel mit jetzt +1,6% immer noch klar über dem Vorjahr.

Preise halten die Branche über der Nulllinie

Ein Plus von 1,6% ist vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung entschieden positiv, aber andererseits auch kein Grund zu lauterem Jubel. Denn der Basiswert ist niedrig: Vor einem Jahr war die Branche gleich um 3,2% unter der Vorgabe geblieben und diese Delle ist längst nicht ausge­bügelt.

Ein entscheidender Schritt ist die Preisentwicklung, die weiterhin nach oben zeigt und ohne die der Buchhandel bereits klar ins Minus abgerutscht wäre:

  • Der Absatz, also die verkaufte Stückzahl der Bücher und der ergänzenden  Medien, war im August mit –4,1% rückläufig.
  • Zu einem großen Teil kompensiert wurde diese Entwicklung von dem höhe­ren Durchschnittspreis, der im August um 2,2% höher lag als vor einem Jahr.
  • Für die Jahresentwicklung gilt: Der Absatz liegt unter dem Vorjahr, die gestiegenen Preise halten den Umsatz im Plus.

Der All-Age-Boom wird etwas schwächer

Bei der Analyse der Warengruppen zeigen sich Verschiebungen zugunsten der Romane und zu Lasten von Ratgeberliteratur:

  • Die Kernwarengruppe Belletristik (ohne die All-Age-Romane) hat im August mit +2,9% wieder zugelegt und liegt nach acht Monaten auf Vorjahresniveau.  

Mehr zum Umsatztrend August lesen Sie im aktuellen buchreport.express 37/2009

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