Haben gegeben, was wir konnten

Die Feuilletons trauern um den Zürcher Ammann-Verlag, der nach drei Jahrzehnten aufgibt. Die klarsten Worte findet die „Neue Zürcher Zeitung“, die sich zunächst über den Zeitpunkt wundert – noch vor drei Jahren habe Egon Ammann in einem Gespräch mit der „NZZ“ zu verstehen gegeben, dass er vor 2011 nicht ans Aufhören denken möge. Jetzt seien es der, so Ammann, „besorgniserregende Rückgang der Erträge“, der den Ausschlag gegeben habe. „Wir haben gegeben, was wir konnten, jetzt ist Schluss.“ Außerdem sei es in zehn Jahren nicht gelungen, einen Nachfolger aufzubauen, der längerfristig in der Lage und willens gewesen wäre, den Verlag mit ähnlichem Engagement und in ihrem Sinn und Geist fortzuführen. Daran zweifelt die „NZZ“ allerdings: „Man mag nicht recht glauben, dass in der Schweiz oder Deutschland kein leidenschaftlicher Büchermensch mit Sachverstand und Geschäftssinn zu finden gewesen sei, der einen solch bedeutenden Verlag fortzuführen imstande gewesen wäre.“ (…) Es ist bedauerlich, dass Egon Ammann nicht über seinen Schatten gesprungen ist und dieses Werk in Hände gelegt hat, die es in seinem Sinne fortzuführen, aber mit eigenem Geist zu beleben vermöchten.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ meint, die Entscheidung, den Verlag in der jetzigen Situation nicht zu verkaufen und ihn dann als Imprint von einem anderen Haus weitergeführt zu sehen, sei konsequent. „Das Wissen, dass ein Verlag wie seiner eng an die Verantwortlichen gebunden ist und ohne sie sein Profil einbüßen würde, sowie die Befürchtung, dass der Verlag mit seinem Namen auf diese Weise irgendwann ein beliebiger geworden wäre, hat Egon Ammann vor dem Versuch einer Fortführung durch Andere bewahrt.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ analysiert die ökonomischen Schwierigkeiten Schweizer Verlage, die in einer ungünstigen Kostensituation seien: „Sie produzieren zu den teuren Schweizer Bedingungen bei Mieten und Gehältern, verkaufen aber den größten Teil ihrer Bücher zu den geringen Preisen, die sich auf dem deutschen und österreichischen Markt erzielen lassen.“

nzz.ch, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (S. 27), welt.de, „Süddeutsche Zeitung“ (S. 9)

BUCHHANDEL

Barnes & Noble: Der Buchhandelskonzern plant die Übernahme der früheren Schwestergesellschaft Barnes & Noble College Booksellers für 596 Millionen Dollar, einer auf Schul- und Universitätsbücher spezialisierten Kette.
„Financial Times Deutschland“ (S. 5)

Thalia: eröffnet im Oktober 2010 in den Räumen des ehemaligen Metropol-Kinos in Bonn.
general-anzeiger.de

BÜCHER & AUTOREN

Fix, Foxi: sollen im Herbst mit einem neuen Magazin wieder an den Kiosk zurückkehren. Der neue Partner ist noch geheim.
welt.de

ONLINE

Facebook: Das Online-Netzwerk kauft den Internetdienst FriendFeed; bei dem übernommenen Portal können Internetnutzer Inhalte aus verschiedenen sozialen  Netzwerken und Blogs mit ihren Freunden online teilen.
Reuters

MEDIEN & MÄRKTE

Einzelhandel: Werner Otto, Wirtschaftspionier und Gründer des Hamburger Handelsimperiums, wird 100.
„Handelsblatt“ (S. 11)

Video- und Computerspiele: Der deutsche Markt wird laut Price Waterhouse Coopers auch im Krisenjahr 2009 moderat wachsen.
„Handelsblatt“ (S. 14)

Medien: Auf einer Themenseite analysiert das „Handelsblatt“ die Zeitungskrise und reist durch Verlagshäuser in London, Lissabon und Berlin.
„Handelsblatt“ (S. 8)

Medien: Das „Handelsblatt“ erscheint noch in diesem Jahr in einem neuen Format.
tagesspiegel.de

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