Wofür geblutet?

Das Bekenntnis, spartenübergreifend und im Gleichschritt unter dem Schirm des Börsenvereins zu marschieren, kann nach Ansicht wackerer Funktionäre kein Eigeninteresse von Verlagen, Sortimentern oder Zwischenbuchhändlern ins Kippen bringen. Bis zum allgemeinen Kassensturz am Jahresende können viele Mitgliedsunternehmen beweisen, wie sie es mit ihrer Solidarität halten, wenn Euro und Cent ins Spiel kommen.

Für die Nagelprobe sorgt ausgerechnet die BAG. Richtig: Das System des buchhändlerischen Abrechnungsverkehrs, für dessen Rettung der Börsenverein mit einem zweistelligen Millionenbetrag eingetreten ist. Die BAG, die für ein mehrjähriges Dauerdrama gesorgt hat, das nicht nur Kräfte verschlang, sondern auch tiefe Gräben durch die Branche zog, hat unter dem Dach der Börsenvereins-Wirtschaftstochter MVB einen Restrukturierungsprozess durchlaufen, ist aber von Umsatzrückgängen betroffen. „Ihre Zukunft hängt entscheidend davon ab, wie die Mitglieder dieses gemeinsame Rationalisierungsinstrument nutzen“, hat Schatzmeister Jürgen Horbach auf den Berliner Buchtagen mahnend klargestellt. Dem Appell lässt die BAG in diesen Tagen eine Umfrage folgen: Sie will von den 4000 Sortimentskunden wissen, wie und wo sie besser werden soll. Wer mitmacht, wird unter anderem mit Weinpräsenten belohnt.

Wie bitterer Wermut muss es nicht nur Verbandsspitzen aufstoßen, wenn ausgerechnet Branchenmitglieder mit eigenen Abrechnungsformen daran arbeiten, das Rationalisierungsinstrument BAG zu unterlaufen und auszuhebeln. Die „alte“ BAG hat als Millionengrab ihren Platz in den Verbandsannalen. Ob die „neue“ sich als Werkzeug bewährt, wird sich am Markt entscheiden.

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