Online überholt Katalog

Der Versand- und Online-Handel rechnet in diesem Jahr mit steigenden Umsätze: Der Branchenumsatz wird nach einer Studie von  Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels 2009 um 1,7% auf 29,1 Mrd Euro (2008: 28,6 Mrd) zulegen; der Online-Umsatz mit Waren wird demnach um 15% auf 15,4 Mrd Euro (2008: 13,4 Mrd Euro) wachsen. Der Online-Anteil am gesamten Versandhandel läge dann bei 53% – und passierte damit erstmals die 50-%-Marke.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Kataloge: Bei schriftlichen und telefonischen Bestellungen ist der gedruckte Katalog in rund 80% aller Fälle das einzige genutzte Medium. Beim Onlinekauf nutzen immerhin 69% der Shopper gedruckte Kataloge, bevor sie ihren virtuellen Warenkorb befüllen.
  • Multiversender: Den größten Umsatz der Branche werden in diesem Jahr erneut mit Abstand Versender mit parallelem Katalog- und Internet-Angebot erwirtschaften (Umsatz aber minus 0,8% auf rund 16,5 Mrd Euro), während die reinen Internet-Versender beim Umsatz 6,2% auf rund 4,8 Mrd Euro zulegen.
  • Geschlechtsverteilung: Unter den 52,1 Mio Versandhandelskunden sind 24,1 Mio Männer und 28 Mio Frauen; insgesamt kauft jeder Deutsche in diesem Jahr pro Kopf der Bevölkerung für 354 Euro (2008: 346 Euro) im Versand- und Online-Handel ein.
  • Warengruppen: Bevorzugte Warengruppen sind auf Nummer eins Bekleidung, Textilien und Schuhe (allerdings ist der Anteil an den Gesamtbestellungen um 4% auf 38% gesunken; Umsatzminus voraussichtlich 5%) sowie auf Platz zwei Medien (Bücher, CDs, DVDs): Der Anteil an den Gesamtbestellungen wächst voraussichtlich auf 21% (2008: 18 Prozent), wobei der Umsatz der zweitstärksten Warengruppe aufgrund sinkender Ausgaben pro Kauf auf Vorjahresniveau verbleibt (Gesamtumsatz 2008: rund 2,9 Mrd Euro). Bei Unterhaltungselektronik, der drittumsatzstärksten Warengruppe, wird ein Umsatzminus von 10% erwartet.
  • Digitaler Vertrieb: Der Umsatz mit digitalen Dienstleistungen (z.B. Download von Musikfiles, Online-Tickets) wird 2009 voraussichtlich um 8,5% auf 6,4 Mrd Euro (2008: 5,9 Mrd. Euro) steigen. Damit würden die Deutschen in 2009 insgesamt 21,8 Mrd Euro im Internet ausgeben (15,4 Mrd. Euro für Waren; 6,4 Mrd. Euro für digitale Dienstleistungen), was einem Plus von 13% (2008: 15%) entspricht.

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