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Das Besondere als Chance

Das Kölner E-Commerce-Center bescheinigt dem Buchhandel eine Vorreiterrolle im Internet (hier mehr). Wer im Online-Handel Umsatz machen will, muss dafür aber etwas tun, erklärt ECC-Leiter Kai Hudetz.

Hat der Buchhandel seine Vorreiterrolle beim E-Commerce ausgebaut oder holen andere Branchen auf?
Andere Branchen holen eindeutig auf, vor allem im Bereich Textilien und Consumer Electronics. Das hat einfach damit zu tun, dass man im Internet mittlerweile auch relativ erklärungsbedürftige Produkte verkaufen kann.

Was kann der Buchhandel beim E-Commerce von anderen Branchen lernen?
Der Buchhandel lernt gerade, dass man auch im Online-Handel mit der Emotionalisierung von Produkten arbeiten kann. Bisher ist die Darstellung von Büchern im Internet meist noch relativ nüchtern, dabei kann zum Beispiel eine Visualisierung durch Videos die Abverkaufszahlen stark beeinflussen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich das jeweilige Produkt auch für eine Emotionalisierung eignet.  

Ist beim E-Commerce auch der klein- und mittelständische Buchhandel auf der Höhe der Entwicklung?
Die Innovationen kommen schon meistens von den großen Anbietern. Das ist einfach eine Folge des Aufwands, den man im E-Commerce mittlerweile treiben muss.  

Was können kleinere Buchhändler tun, um mit E-Commerce erfolgreich zu sein?
Die Mechanismen sind im Grunde nicht anders als im stationären Handel. Das Massengeschäft machen vor allem die Großen und die Kleinen haben dann eine Chance, wenn sie etwas Besonderes bieten. Das kann etwa sein, sich eine Nische im Sortiment zu suchen und konsequent dafür zu sorgen, dass man mit diesen speziellen Produkten gut auffindbar ist, eine eigene Community bildet und auf einschlägigen Themenportalen vertreten ist. Grundsätzlich muss jedem Händler, der im Internet nennenswerte Umsätze erzielen will, klar sein, dass man dafür in Online-Marketing investieren muss; sei es Geld oder eigene Arbeitsleistung.

Ist die aktuelle Wirtschaftskrise eher Chance oder eher Risiko für die Entwicklung des Online-Handels?
Grundsätzlich ist der E-Commerce von der Krise deutlich weniger betroffen als der stationäre Handel. Die Frage ist aber noch, ob er sich von dessen negativer Entwicklung ganz abkoppeln und weiter wachsen kann, oder ob er auch von der Krise erfasst wird und stagniert. Insgesamt wird es wohl eine weitere Verschiebung hin zum Online-Handel geben. Die dürfte allerdings im Buchhandel nicht mehr so dramatisch ausfallen wie in anderen Bereichen, da hier die Entwicklung schon weit fortgeschritten ist.  

Die Fragen stellte David Wengenroth

Zur Person: Kai Hudetz

ist Leiter des E-Commerce-Centers Handel (ECC Handel) am Institut für Handelsforschung der Universität Köln. Das ECC gehört zum Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr, das in 28 über das Bundesgebiet verteilten regionalen Kompetenzzentren Unternehmen bei der Einführung von E-Business-Lösungen unterstützt. Ansprechpartner finden Unternehmen auf der Internetseite www.ec-net.de.  

aus: buchreport.express 29/2009

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