Konkurrenz für Kindle & Co.

Obwohl der Hype, den es auf der  Leipziger Buchmesse gab, abzuflauen scheint, ließen sich mit den täglichen Updates vom E-Book-Markt in wenigen Monaten kleine Kursbücher füllen, die zeigen, wohin die digitale Reise gehen könnte. In den vergangenen Tagen haben sich jedoch besonders interessante Entwicklungen abgezeichnet:

  • Neue Hardware-Anbieter: Sowohl Borders (in Großbritannien) als auch Vodafone (hierzulande laut „Wirtschaftswoche“ ab Herbst) bieten eigene E-Book-Lesegeräte an – das bereits eingeführte Gerät des britischen Filialisten (Foto) könnte dabei durch den Preis (laut „Bookseller“ 220 Euro, 10 Euro günstiger als der Sony Reader auf der Insel; in Deutschland kostet der Sony rund 300 Euro) anziehend auf Leser wirken, Vodafone indes durch die Mobilfunktechnologie, die ein Download unterwegs ermöglichte – Amazon ist in Deutschland bisher daran gescheitert, einen Kooperationspartner unter den Mobilfunkern zu finden.
  • Werbung: Amazon könnte eine alte Idee aus der Buchbranche wiederbeleben und Werbung in E-Books einführen – früher warb rororo beispielsweise für Pfandbriefe und Zigaretten. Nach einem Bericht des üblicherweise gut informierten Tech-Blogs Crunchgear hat Amazon ein entsprechendes Patent für „In-Book-Advertisment“ eingereicht. Künftig könnte es pro Titel eine verbilligte Fassung inklusive Werbung geben, spekuliert das Blog.  
  • iPhone: Die Berliner Textunes GmbH hat ein Portal zum Vertrieb von iPhone-Bücherapplikationen gestartet (mehr auf buchreport.de)
  • Dauerthema Pricing: Auf einer Konferenz hat der Verleger Scott Pack (The Friday Project) nach einem Bericht des „Bookseller“ erklärt, dass es eine Beleidigung für den Kunden sei, wenn man den E-Book-Preis genauso hoch ansetze wie den Hardcover-Preis; Verlage müssten künftig flexibler mit den Preisen umgehen und beispielsweise Debüts von Autoren kostenlos als E-Books anbieten – um die Mund-Proaganda in Gang zu setzen –, bevor diese möglicherweise als Print erscheinen.
  • „Fast Company“ berichtet, dass sich auf Amazon eine Protestbewegung von über 1000 Kunden formiert hat, die damit drohen, jedes E-Book, das teurer als 9,99 Dollar sei, zu boykottieren – Hintergrund: Einige Verleger sind gegen den von Amazon in der Regel angesetzten Einheitspreis und wollen über 10 Dollar hinauskommen.
  • Hochinteressant ist die gesamte Analyse des US-Wirtschaftsmagazins „Fast Company“ zum E-Markt. Neben aktuellen Zahlen zu Amazons Kindle-Programm (275.000 Titel seien im Programm, darunter fast alle 112 Titel der „New York Times“-Bestsellerliste) widmet sich der Autor besonders der Rolle von Apple. Der iPod- und iPhone-Erfinder habe ein Patent für eine E-Book-Technologie eingereicht, außerdem seien angeblich etliche LKW voll mit Büchern auf dem Amazon-Campus gesichtet worden, die das Gelände leer wieder verlassen hätten. Sollte Apple tatsächlich mit einem eigenen Lesegerät auftrumpfen, könnten sich die Verleger schnell von Amazon abwenden, spekuliert der Autor, da Apple ihnen vermutlich nicht so scharfe Konditionen diktieren werde.
  • Direkte Deals: Onliner wie Amazon könnten laut „Fast Company“ künftig verstärkt direkte Deals mit den Autoren abschließen und die Verlage umgehen. Bestellerautoren wie Dan Brown oder Stephenie Meyer wären ohnehin interessiert, auf Vorschüsse zugunsten einer höheren Umsatzbeteiligung zu verzichten – bei Amazon könnten solche Starautoren 80% statt der im Printbereich üblichen 15% einstreichen.

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05.12.2016
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