Postskriptum: Der Tod steht ihm gut

Zu den schönsten Hoffnungen berechtigt das von Kiepenheuer & Witsch für August angekündigte Buch „Aus die Maus. Ungewöhnliche Todesanzeigen“, das aus der Sammlung skurriler Sterbeannoncen von Börsenvereins-Justiziar Christian Sprang (Foto) hervorgegangen ist. Hübsche Beispiele sind etwa diejenige für den aus Steinhagen stammenden Kurt S.: „Der Herr hat einen Steinhäger zu sich genommen.“ oder für den Verstorbenen Josef H.: „Wie im Leben – Oma rief – Opa kam.“ Buchhändler, die dieses Buch enthusiastisch ihren Kunden empfehlen, sollten allerdings auch bedenken, dass der Börsenverein bei einem allzu großen Erfolg einen fähigen Justiziar verlieren könnte.  

Viehzeug: Verkaufsfördernd

Apropos Buchempfehlung: Die Humoristen der Neuen Frankfurter Schule sind ja bekannt geworden durch ihre Tiergedichte (z.B. Bernd Eilert: „Der Hummer ist auf seine Art / kein Dummer, sondern ziemlich smart“). Hier nun eine spontane kleine Hilfestellung für Buchhändler, die ihren Kunden das jetzt im B3-Verlag erschienene „Tukan, Gibbon, Klapperschlange. Ein Fotobuch mit famosen Gedichten der Neuen Frankfurter Schule“ von Anika Kempf und Kathrin Hartmann schmackhaft machen wollen: Es lernt sogar das Faultier laufen, / um hurtig dieses Buch zu kaufen. / Selbst die Schnecken sieht man Flitzen, / denn sie woll’n es schnell besitzen. / Nur das Nilpferd, faul und fett, / bestellt es sich im Internet.“

Norris: Nichtlesend

Zu den „running gags“ des Internets, die man als Nicht-Eingeweihter nicht ohne Weiteres versteht, gehören die „Chuck-Norris-Witze“, die im Wesentlichen so funktionieren, dass anhand möglichst drastischer Beispiele die unwiderstehliche Kraft von Action-Mimen („Die Todeskralle schlägt wieder zu“) beschrieben wird. Um auch eingefleischten Buchmenschen, die das Phänomen nicht kennen, einen Eindruck zu vermitteln, hier der möglicherweise einzige Witz dieser Machart mit Buch-Bezug: Chuck Norris liest keine Bücher. Er starrt sie so lange an, bis sie ihm freiwillig sagen, was er wissen will.

Wikipedia: Wuchtig

Um „den Nutzen von Wikipedia als Internetressource zu hinterfragen“, hat der Künstler Rob Matthews alle 2535 Artikel der Internet-Enzyklopädie, die von Nutzern als „gut geschrieben“ und „neutral“ bewertet wurden, in einem einzigen Buch zusammengefasst. Herausgekommen ist ein kniehoher 5000-Seiten-Brecher. Angesichts der offenkundigen Faszination des Künstlers für die schiere Fülle darf man schon auf sein nächsten Projekt gespannt sein. Ein hübscher Effekt lässt sich sicher auch erzielen, indem man alle Bände einer kleineren Stadtteilbibliothek aneinanderleimt.

(Aus buchreport.express 24/2009)

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