Postskriptum: Wenn der Roger mit der Heidi…

Der TV-Moderator und Bestsellerautor Roger Willemsen (Foto) hat jetzt in der „taz“ seinem Zorn über die Sendung „Germany’s next Topmodel“ und deren Moderatorin Heidi Klum freien Lauf gelassen. Zitat: „Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nazionale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge Entscheidung mitteilt und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man sechs Sorten Scheiße aus ihr herausprügeln – wenn es nur nicht so frauenfeindlich wäre.“ Deutschlands führender TV-Intellektueller, da schau her. Nach diesem Ausbruch sollte er sich nächste Woche unbedingt einmal selbst interviewen in seiner neuen „Zeit Magazin“-Rubrik „Warum machen Sie das?“

Bezeichnung: Beansprucht

Man wundert sich ja immer wieder mal, was die Leute so in den „Titelschutzanzeiger“ setzen. Vor ein paar Wochen etwa amüsierte ich mich über den von der geschätzten Münchner Kanzlei Lausen angemeldeten Anspruch auf den Titel „Die Kunst, Elchurin frisch zu halten“. Wer soll, dachte ich, denn wohl sonst noch auf die Idee kommen, so eine schräge Wortkonstellation zu benutzen. Jetzt muss ich in aller Form Abbitte leisten: Schließlich wird ja immer mal ein Schweden-Krimi verfilmt, und wer weiß, wenn das Ergebnis dem Roger Willemsen nicht gefällt …

Verwandlung: Vergnüglich

Ein Gute-Laune-Gedicht von Michael Schönen mit dem Titel „Das wundersame Catering“, gefunden in dem allerliebsten neuen Büchlein „smile-lyrik“ (zusammengestellt von Anton G. Leitner, erschienen im dtv): „Beim Hochzeitsmahl von Kanaan / schlug leider fehl des Herrgotts Plan: / Zwar machte Jesus durch ein Wunder / aus Wasser besten Spätburgunder, / doch war man nach der Weinvermehrung, / bald viel zu blau für die Bekehrung.“

Psychologie: Paradox

Was ein Paradoxon ist, lässt sich am besten an Beispielen erklären, etwa an dem eines soeben bei Goldmann Arkana neu erschienenen Titels aus der Feder des amerikanischen Psychotherapeuten Richard O’Connor: Paradox ist, wenn ein Buch „Glück ist einfacher als du denkst“ heißt – und der Autor dann knapp 450 Seiten braucht, um es zu erklären. 

Joel: Junggeblieben

Eine wichtige Voraussetzung des Glücks ist jedenfalls Gelassenheit angesichts zunehmenden Lebensalters. Dazu mögen ein paar hübsche Sätze des großen Rockpoeten Billy Joel helfen, der vor Kurzem seinen 60. Geburtstag gefeiert hat: Er sagte in einem Interview, das die „Welt“ zum Erscheinen der Biografie „Die Joel-Story. Billy Joel und seine deutsch-jüdische Familiengeschichte“ (von Steffen Radlmaier, Heyne) mit ihm führte: „In Wahrheit bin ich natürlich nicht nur 60 – ich bin zwölf, ich bin 23, ich bin 37, ich bin 42, ich bin 18. Ich habe jedes Alter, das ich je gehabt habe. Je nachdem, welcher Wochentag ist und was die Situation gerade erfordert.“

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