Monatspass

Wir kämpfen für freie und attraktive Preise

Während Politiker und Verbandsfunktionäre in der Schweiz weiterhin um das geplante Buchpreisbindungsgesetz ringen, verschärft der nach eigenen Angaben größte Medienanbieter der Schweiz, Ex Libris, (wieder) seinen Dumping-Kurs und startet einen neuen Angriff auf das geplante Gesetz. Unter dem Motto „Schweizer Monat des Buches“ verdoppelt die Migros-Tocher bis Ende Mai ihren bisherigen Rabatt auf deutschsprachige Bücher von 15 auf 30%, und zwar im Internet (www.exlibris.ch) sowie in allen 120 Ex Libris-Filialen.

Ex Libris kämpfe gegen das mögliche „konsumenten- und bibliothekenfeindliche Buchgesetz“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir kämpfen für freie und kundenattraktive Buchpreise und gegen eine gesetzlich vorgeschriebene Verteuerung“, lässt sich Peter Bamert, Geschäftsführer der Ex Libris AG, darin zitieren.

Die Beschwörungen des von Deutschland unterstützen Schweizer Buchkartells, dass alle Bücher teurer werden, seien falsch, ebenso falsch  wie die Aussagen, dass die Kultur darunter leide. „Im Gegenteil, seit Jahren steigt das Angebot an deutschsprachigen Büchern. Dieses Jahr kommen rund 90.000 neue deutschsprachige Bücher auf den Markt. Und auch das immer wiederholte Buchhändlersterben ist in der Schweiz ausgeblieben. Der Buchmarkt funktioniert und lebt. Das beweisen auch die vielen Neueröffnungen.“

Seit 2007 hätten von 650 Buchhandlungen nur 5 schließen müssen. Nachfolgeregelungen, schlechte Standorte und die Konkurrenz des Internets, dessen Marktanteil von heute 15% auf 50% steigen werde, seien die wahren Gründe der Erosion im stationären Buchhandel.

„Unsere Kunden sind nicht mehr bereit überhöhte Preise gegenüber dem Ausland zu bezahlen“, sagt Bamert. „Ein Parlament, das für das Cassis-de-Dijon-Prinzip ist, um die Hochpreisinsel Schweiz anzugehen, kann nicht gleichzeitig ein Gesetz über eine Buchpreisbindung einführen, das alle Leserinnen und Leser zwingen würde, mittels dieser Konsumsteuer massiv überhöhte Buchpreise gegenüber dem Ausland zu bezahlen. Die Schweizer Konsumenten wollen das nicht, die Schweizer Bibliotheken wollen das nicht. Deshalb haben sich diese wichtigsten Interessengruppen in der Vernehmlassung auch neutral gegenüber dem Gesetz verhalten. Ein gutes Zeichen.“

Hier die gesamte Pressemitteilung

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