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Sortimenter sauer, Rolle rückwärts

Ein Exklusivdeal zwischen Hodder & Stoughtons Imprint Sceptre und Waterstone’s für den neuen Roman des Amerikaners Glen David Gold hat im britischen Buchmarkt zu einer so heftigen Protestwelle geführt, dass die Vereinbarung gekippt wurde. Die Entscheidung fiel nach einem Machtwort von Tim Hely-Hutchinson, dem CEO von Sceptres Eigentümer Hachette Livre UK. Er hatte das Thema zur Chefsache erklärt, nachdem die Medien darauf aufmerksam geworden waren.

Unabhängige Buchhändler waren Sturm dagegen gelaufen, dass der Branchenprimus Golds „Sunnyside“ ab Juli im Hardcover verkaufen wollte, während sie selbst auf die für September terminierte Paperbackausgabe warten sollten. Waterstone’s und Sceptre hatten eine intensive Marketingkampagne sowohl in den Filialen des Marktführers als auch in dessen Online-Shop vereinbart, inklusive Lesungen und Signierstunden mit dem Autor.

Nach der Intervention von oben wird das Hardcover bereits im Juni an jeden Buchhändler ausgeliefert, der es haben will. Der September-Termin für das Paperback bleibt, ebenso wie das umfangreiche Werbepaket, das Sceptre speziell dafür vorbereitet hat, inklusive fünf kostenlosen Exemplaren von „Sunnyside“, signierten Ausgaben und jeder Menge POS-Material.

Statt sich mit einer Pressemitteilung zu begnügen, hatte Hely-Hutchinson die Rücknahme des Deals in einem Interview mit dem populären Hörfunksender Radio Four öffentlich gemacht, verbunden mit dem freimütigen Eingeständnis, dass „wir einen Fehler gemacht haben“. Glen David Golds erster Roman „Carter Beats the Devil“ war in Großbritannien 2001 im Hardcover nur ein mäßiger Erfolg, die Taschenbuchausgabe aber belegte Spitzenplätze auf den Bestsellerlisten. Weil Waterstone’s seinerzeit den Löwenanteil der gebundenen Exemplare verkauft hatte, war der Exklusivdeal entstanden.

Den heftigen Protesten und der schlechten Presse kann Hely-Hutchinson mittlerweile sogar etwas Positives abgewinnen: „Es ging uns darum, gemeinsam mit Waterstone’s das Profil dieses Autors zu heben. Das ist uns sicherlich gelungen.“ Wie sehr, zeigen die steil anziehenden Vorbestellungen für „Sunnyside“ in beiden Formaten.

aus: buchreport.express 10/2009

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