Postskriptum: Hör mal, wer da klopft…

Ein ziemlich erklärungsbedürftiges Produkt hat der Verlag Mosaik bei Goldmann in den Handel gebracht: Den Ratgeber „Gesunde Kinder mit Klopfakupressur“ von Horst Benesch. Buchhändler sollten damit rechnen, dass vor allem ältere Kunden beim Anblick des Titels murmeln: „Klopfakupressur? Kenn ich, aber früher nannte man das Kopfnuss.“

Zahnärzte: Zubeißend

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann hat den im Wortsinne beißenden Spott der Literaturkritikerin Iris Radisch auf sich gezogen. In einem Interview der Zeitschrift „Volltext“ hatte Kehlmann gesagt, Kritiker seien wie Zahnärzte: „Man fragt sich manchmal, warum es Leute gibt, die freiwillig diesen Job ausüben.“ Dazu Radisch in der „Zeit“: „Wir fragen uns das auch. Es wäre doch viel besser, wollten die Autoren sich ihre himmlisch schönen Zähne auf höchstem Reflexionsniveau endlich selbst ziehen.“ Um im Bild zu bleiben, könnte man wohl sagen, dass wir es hier mit einem interessanten Fall gegenseitiger Wurzelbehandlung zu tun haben.  

Bücher: Bodybuildend

Eine interessante Lektüre für Buchhändler ist das gerade bei Lübbe erschienene Buch „Wie man mit einer Grapefruit sein Leben verän-
dert und andere Abenteuer des Alltags“
. Darin schreibt Autor Guy Browning: „Hardcover-Käufer sind Taschenbuch-Käufern in jeder Hinsicht überlegen, vor allem im Bezug auf die Muskeln, die nötig sind, um einen halben Zentner Papier beim Lesen hochzuhalten. Lesen Sie nie ein großes gebundenes Buch in der Badewanne, wenn Sie Ihre Füße nicht bequem gegen das andere Ende der Wanne stemmen können. Am Ende des zweiten Kapitels gehen Sie sonst unter.“ Was lernen wir daraus? Der Buchhändler darf dem Kunden durchaus „Der Turm“ als Alternative zum Bodybuilding-Ratgeber empfehlen. Er sollte aber daran denken, dass man mit diesem Tipp auch baden gehen kann.

Steinmeier: Stimmig

Von einem Déjà-vu-Erlebnis der besonderen Art berichtete vergangene Woche die „Frankfurter Allgemeine“ nach einer Rede des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier vor Opel-Beschäftigten in Rüsselsheim: „Wer die Augen schließt, hört ein bisschen Schröder“, staunte das Blatt. Tatsächlich erinnern Steinmeiers Sprachklang und -gestus auffällig an seinen langjährigen Chef und Mentor Gerhard Schröder. Auch Schröder selbst sagte ja bereits anlässlich Steinmeiers Kandidatenkür: „Meine Stimme hat er.“  

Trophäe: Tückisch

Zum Schluss noch ein Fundstück aus der Werbeartikel-Fachzeitschrift „Promotion Products“: „Eine Trophäe der doppelbödigen Art, die IT-Fachleuten und Administratoren die Möglichkeit gibt, sich bei ihren Kunden für allzu lästige Anfragen zu revanchieren. Mit dem DAU-Orden werden unbedarfte Computernutzer und ahnungslose PC-Laien augenzwinkernd als ,Dümmster Anzunehmender User‘ geadelt.“ Bleibt anzumerken, dass die IT-Dienstleister sich das gute Stück dann gleich selber für die „Denkbar Arroganteste Ungeschicklichkeit“ im Umgang mit Kunden anheften können.

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