Angst vor der Ebbe

„Unterm Strich werden wir in diesem Jahr weniger Einnahmen haben als im Jahr zuvor“, fasst Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, den Stand der Anmeldungen zum Branchentreff im Osten (12.–15. März) zusammen. Im Kontext der Finanzkrise gab es Flächenreduzierungen und Abmeldungen (buchreport berichtete), einige Verlage werden in diesem Jahr nicht mit eigenem Stand vor Ort sein. So legte unter anderem Matti Schüsseler, Leiter der Marketing- und Vertriebsabteilung bei Langenscheidt, gegenüber buchreport dar, die „personellen und budgetären Kapazitäten anders bündeln“ zu wollen. Das Unternehmen präsentiert sich in diesem Jahr am Gemeinschaftsstand der Schulbuchverlage.

„Ob sich hier ein Trend ausbildet, werden wir erst im Laufe des Jahres sehen“, so Zille, der mit neuen Messeteilnehmern vor allem aus der Kleinverlegerszene auf das Vorjahresniveau der Aussteller (2345) kommen will. Ihren Ruf als Publikumsmesse untermauert Leipzig auch in diesem Jahr mit dem größten Lesefestival im europäischen Raum „Leipzig liest“ und dem bereits zum fünften Mal vergebenen Preis der Leipziger Buchmesse.

Abgesagte BookExpo Canada schlägt international Wellen

Dramatische Entwicklungen zeigt der Blick über den nationalen Tellerrand: So lässt die Entscheidung von Reed Exhibitions, die BookExpo Canada (BEC) abzusagen, auch bei den anderen Messeveranstaltern in der englischsprachigen Welt die Alarmglocken schrillen. Zwar stehen weder die London Book Fair (20. bis 22. April) noch die BookExpo America (28.–31 Mai) auf der Kippe, die ebenfalls beide von Reed Exhibitions organisiert werden, doch die Stimmung ist angespannt.

BEA-Messedirektor Lance Fensterman wird es deshalb mit Erleichterung vernommen haben, dass Branchenprimus Random House, dessen Kanada-Abstinenz die dortige Krise überhaupt erst ausgelöst hatte, am Montag vergangener Woche seine Teilnahme an der in diesem Jahr in New York stattfindenden Leistungsschau des US-Buchmarkts bestätigt hat. Fensterman geht davon aus, dass alle großen Publikumsverlagsgruppen präsent sein werden, rechnet aber insgesamt „mit einem kleineren Auftritt“ der Buchmesse.

Ungewöhnlich knapp liest sich die Antwort von Messechef Alistair Burtenshaw auf eine buchreport-Anfrage nach dem Buchungsstand der London Book Fair. „Die Ausstellerzahlen liegen im Rahmen der Erwartungen“, legt die Vermutung nahe, dass es diesmal keine Jubelrufe über weitere Rekordzahlen geben wird. Auch was die Präsenz der Verlage angeht, hält man sich an der Themse bedeckt und verweist darauf, dass es dazu „noch zu früh ist“.

Foto: Frankfurter Buchmesse

aus: buchreport.express 7/2009

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